Smartphone und Co. einfach erklärt

Charlotte Dieter-Ridder ist Diplom-Informatikerin (TU Braunschweig) und war mehr als 30 Jahre in der Industrie als Entwicklerin und als Projektleiterin tätig, einige Jahre davon im Ausland (u.a. in Kuala Lumpur, Malaysia, Oman). Seit dem Studium verfolgt sie das Thema „Frauen in Naturwissenschaft und Technik“. Eher zufällig ist sie zur Idee mit der Broschüren gekommen – nachdem sie Nachbarinnen ihre Smartphones erklärt hatte. Seit einigen Jahren gibt sie an ihrem Wohnort in Berlin ehrenamtlich Kurse für SeniorInnen (Foto: privat).

Angefangen hatte es im Familienkreis, als Charlotte Dieter-Ridder dazu „verdonnert“ wurde, einer Tante ein iPad zu erklären. Für die Diplom-Informatikerin, die viele Jahre in der Industrie als Entwicklerin und Projektleiterin tätig war, gab das den Ausschlag für ein ganz anderes, neues Projekt: „Mir war klar, dass meine Tante Unterlagen zum Nachlesen gebraucht hat. Und das Regal in der Stadtbibliothek enthielt lauter dicke Bücher, die zu mindestens einem Drittel über die Gefahren des Internets schrieben. Einfacher kann man kaum kommunizieren, dass (mobiles) Internet sehr schwierig und sehr gefährlich ist.“

Dieter-Ridder entschied sich, das Problem in die Hand zu nehmen und unter dem Namen „Netz-Omi“ selbst Ratgeberbüchlein zu schreiben, die Senioren Digitalthemen einfach erklären. Damit hat sie bei der Zielgruppe einen Nerv getroffen, wie der Blick auf die BoD-Bestsellerliste Sachbuch im Oktober zeigt: Der Band „Erste Schritte mit deinem Smartphone – verständlich und alltagstauglich“ steht dort auf Platz 1, zwei weitere Bände ihrer Netz-Omi-Reihe, „Erste Schritte mit deinem iPhone“ und „Einfach in Kontakt bleiben – WhatsApp für Senioren“, behaupten sich ebenfalls unter den Top 20.
 
„Die Büchlein sind gedacht als Spickzettel für Enkel*in/Oma-Teams – weil die Jungen immer zu schnell erklären und die Alten es am nächsten Tag nicht mehr erinnern und nicht nachfragen mögen“, erklärt Dieter-Ridder. Aber auch als Kurs und ohne Enkel funktionierten sie „erstaunlich gut“. Dieter-Ridder hat damit Erfahrungen, denn sie verwendet die Ratgeber selbst auch bei ehrenamtlichen Kursen, die sie für ihre Berliner Nachbarschaft zum Thema Smartphone und Co. anbietet: dem „Digitalcafé“. „Erst unterhalten wir uns eine Stunde über ein Smartphone-Thema und dann gibt es einen Kaffee im Nachbarschaftscafé. Darüber schreibe ich in unregelmäßigen Abständen Blogartikel.“
 
Zur Akzeptanz der Büchlein tragen auch die handschriftlichen Skizzen bei, die zwar aufwendiger sind, aber von den Senioren besser verstanden werden als Screenshots, sagt Dieter-Ridder. Zudem bietet sie auf ihrer Homepage netz-omi.de eine Trainerkarte und Trainerpakete an. „Was ein Traum wäre: Es fände sich eine deutschlandweite Organisation, die sowieso schon Nachbarschaftscafés hat, die unser Digitalcafé kopiert.“
 
Weitere Bücher hat Dieter-Ridder bereits in Planung. So soll es beim nächsten Band der Netz-Omi-Reihe wahrscheinlich um das Smartphone als Stadtplan gehen.

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