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Modernisierung statt Monetarisierung

Schon beim Verkauf von Weltbild gab es viele Zweifler in der Branche: Wer bindet sich solch einen Koloss ans Bein, aus einer Branche, die nicht gerade als Wachstumsbranche gilt? Doch was bei Weltbild – mit allen Fragezeichen – gelang, ist offenbar bei Thalia gescheitert: Advent hat den Verkauf von Thalia abgeblasen.

Dem Douglas-Mehrheitseigentümer sei es nicht gelungen, einen Käufer für den größten Filialisten im deutschsprachigen Raum zu finden, der den gewünschten Preis zahlen wolle, meldet das „Manager Magazin“ in seiner neuen Ausgabe (vom 19. Dezember 2014). Das Blatt beruft sich auf das Umfeld der Douglas-Gruppe. Bislang hätten nur Schnäppchenjäger Gebote abgegeben, die so niedrig ausgefallen seine, dass der Kaufpreis oft sogar Thalias Barbestände Unterschritten hätte. Eine neue Bieterrunde werde erst in ein bis zwei Jahren beginnen.
Noch im August hatte die „Lebensmittelzeitung“ berichtet, dass der Verkauf „kurz vor dem Abschluss“ stehe. Im November hatte Douglas-Chef Henning Kreke versichert: „Bei Thalia wird es sicherlich irgendwann zu einem Eigentümerwechsel kommen“. Aber: Man habe keinen Zeitdruck und könne in Ruhe Gespräche mit Interessenten führen.

Die neue Aussage des US-Finanzinvestors: Jetzt soll die Buchhandelskette weiter modernisiert werden. Im Gespräch seien weitere Sparmaßnahmen, aber auch kleinere strategische Zukäufe im Onlinegeschäft sowie die Übernahme neuer Filialen. Laut „MM“ ist es aber fraglich, ob Thalia-Chef Michael Busch weitere Sparrunden mittragen würde.

Kreke hatte zuletzt erklärt, die Sanierung von Thalia sei abgeschlossen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 habe sich Thalia „hervorragend geschlagen“ und sei wieder „Taktgeber der Branche“. Operativ habe Thalia immer Geld verdient. „Und mittlerweile ist auch die Profitabilität wieder auf einem Niveau, wo das Geschäft Spaß macht.“

Auf Anfrage von buchreport.de erklärt Douglas: „Die Douglas-Gruppe hat schon immer eine aktive Portfoliopolitik betrieben, im Rahmen derer wir laufend unsere Optionen prüfen. Dies wird auch künftig der Fall sein. Thalia entwickelt sich operativ sehr erfreulich. Insofern gibt es keinerlei Zeitdruck für eine Entscheidung. Dies ist die gemeinsame Überzeugung der Gesellschafter.“

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