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Gün Tank über »Die Optimistinnen«

Gün Tank ist Autorin und Moderatorin. Sie war Kuratorin der Ausstellung „22:14 …und es kamen Frauen“ (2011) zu den ersten ‧Arbeitsmigrantinnen der Bundesrepublik und der Veranstaltungsreihe „CrossKultur“, eine jährliche Kulturreihe mit Lesungen, Ausstellungen, Konzerten, Theater, Film und Konferenzen. Heute ist sie im Bezirk Tempelhof-Schöneberg Beauftragte für Menschen mit Behinderung. 2015 und 2021 erhielt sie vom Land Berlin das Arbeits- und Recherchestipendium Literatur. „Die Optimistinnen. Roman unserer Mütter“ (S. Fischer) ist ihr Debütroman. (Foto: Heike Steinweg)

In den aktuellen Herbstprogrammen der Verlage finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autorinnen und Autoren. buchreport stellt 11 dieser Newcomer in Steckbriefen vor. Heute: Gün Tank.

Mein Roman in drei Sätzen

Von der Anwerbestelle in İstanbul zur Geburt ihrer Tochter Su führt Nours Weg in die Fremde. Briefe gehen von Land zu Land, „Wilde Streiks“ und innige Freundschaften begleiten ihre „Gast“-Arbeit, steigende Arbeitslosigkeit und der Anwerbestopp 1973. Ein Roman über selbstbewusste Frauen und ihre Kämpfe – und über das Schweigen, in das die deutsche Geschichte sie hüllt.

Mein Weg zu S. Fischer

Drei Tage vor der Geburt meiner beiden Kinder hielt ich mein Manuskript in der Hand. Zwei mir nahe Menschen hielten mir nicht nur nach der Geburt der Kinder die Hand, sondern motivierten mich, dieses Manuskript in die Öffentlichkeit zu tragen. Pandemie und Kinder ließen es vorerst im Schubfach verschwinden. Bis zu dem Tag, als eine Freundin – der ich heute noch mehr als 1000 Küsse schulde – mich mit Julia Eichhorn bekannt machte. Sie war begeistert vom Manuskript und ich von ihr. Und Julia fand eine gute Lektorin und den Verlag S. Fischer.

Das Verdienst meiner Lektorinnen

Julia Eichhorn, meine Agentin, und Juliane Schindler, meine Lektorin, sind die Geburtshelferinnen der „Optimistinnen“. Sensibel. Kritisch. Zwei tolle Frauen.

Mein Eindruck von Literaturbetrieb und Buchbranche

Ich kenne den Literaturbetrieb viel zu wenig, um mir ein Urteil erlauben zu können. Schaue ich in die Regale in Buchhandlungen, fehlen mir allerdings manchmal ein paar Geschichten.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Ebert und Weber (Falckensteinstr. 44, 10997 Berlin-Kreuzberg)

Meine Lieblingsautoren

Nâzım Hikmet

So lese ich

Langsam und leise

Schreiben ist für mich

… wie Musik: Streichelnde leise und raue laute Töne

Wenn ich nicht gerade schreibe

… vergnüge ich mich auf den verschiedensten Spielplätzen.

Debüts im Herbst – im buchreport.magazin 7-8/2022

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

Gün Tanks „Optimistinnen“ haben uns sofort mitgerissen: Ihre tiefe Freundschaft, ihr Neugierde, ihre selbstverständliche Solidarität und ihr Wille, Arbeitsbedingungen für alle gerechter zu gestalten. Gün Tank erzählt von Müttern und Großmüttern, die Feminismus selbstverständlich gelebt und Deutschland verändert haben. Von der Geschichte der Gastarbeiterinnen der 70er-Jahre und der folgenden Generation erzählt sie voller Energie und Zuneigung. Ein inspirierender Roman mit starken Charakteren zwischen Istanbul, der Oberpfalz, Berlin und Kopenhagen.   Juliane Schindler, Lektorin

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