»Das Kerngeschäfte der Verlage voranbringen«

Viele Verlage wünschen ihr Kerngeschäft mit Hilfe von Integration teilweiser oder ganzer Geschäftsmodelle von Startups noch rascher zu verändern. Aber Startups funktionieren in vielen Bereichen anders als etablierte Unternehmen. Das erschwert eine gute Unternehmensbewertung, aber auch die Übernahme innovativer Ansätze in die Strategie einer Verlagsgruppe. Hier setzt Fullstopp Strategic Investments an und verspricht internationale Expertise, hochkarätiges Netzwerk und umfassende Dienstleistungen.

Sven Fund, Chef von Fullstopp.

Sven Fund, Managing Director, Fullstopp, gründete 2015 in Berlin die Unternehmensberatung und fungiert als deren Managing Director. Zuvor war er lange Zeit Geschäftsführer des de Gruyter Verlages, des größten deutschen geisteswissenschaftlichen Verlages, und Leiter des Birkhäuser Verlags.

Verlage und Startups zusammenzubringen, das war lange ein hartes Brot. Wie sind Sie darauf gekommen, dass Fullstopp funktionieren könnte?

Die Idee entstand in meiner Beratungsarbeit, und zwar gleich aus zwei Richtungen. Mehrere Klienten sprachen mich darauf an, ob ich ihnen helfen könnte, interessante Startups zu finden. Das ist so spontan leichter gesagt als getan. Also haben wir uns intensiver mit dem Markt beschäftigt. Das „kleine Projekt“ wurde so immer größer. Über 120 Startups haben wir bisher analysiert – und natürlich finden wir täglich neue, interessante Ansätze, die wir dann nach einem einheitlichen Muster für uns bewerten.

Anderseits bitten mich Startups, die ich in Berlin berate, immer wieder darum, Kontakt zu Verlagen herzustellen. Ich bin wirklich überrascht, wie viele dieser ganz jungen Projekte die Zusammenarbeit mit den Großen suchen.

Diese positive Resonanz, hat uns dann dazu bewogen, das Ganze weiter zu professionalisieren, also Verlage und Startups systematisch zusammenzubringen.

Haben andere das nicht auch schon versucht? Ich denke da nicht nur an etventure, sondern zum Beispiel an Project A Ventures.

Ja, es gibt natürlich Beratungen, die sich an der Schnittfläche von Großunternehmen und Startups tummeln. Ausschließlich für das eher spezialisierte Verlagswesen tut das niemand so, wie wir es uns vorstellen. Denn das Ziel ist nicht primär wirtschaftliche Renditemaximierung, sondern vor allem das, die Kerngeschäfte der Verlage durch die Zusammenarbeit mit Startups voranzubringen. Das bringt für Verlage deutlich mehr, als sich am astronomischen Wachstum kleiner Einheiten zu erfreuen – die für das große Ganze eigentlich unwesentlich sind.

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