Anika Decker über »Wir von der anderen Seite«

In den aktuellen Herbstprogrammen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autoren. buchreport stellt 13 dieser Newcomer in Steckbriefen vor. Heute: Anika Decker.

Anika Decker wurde 1975 in Marburg geboren und lebt und arbeitet heute als Drehbuchautorin und Regisseurin in Berlin. 2007 gelang ihr mit ihrem Drehbuchdebüt „Kein­ohrhasen“ der Durchbruch, auch die Fortsetzung „Zweiohrküken“ war ein Publikumserfolg. 2015 debütierte Decker als Regisseurin, der Film „Traumfrauen“ nach eigener Vorlage war eine der erfolgreichsten Kinoproduktionen des Jahres. Darauf folgte ihre zweite Regiearbeit „High Society“. „Wir von der anderen Seite“ ist ihr erster Roman. (Foto: Edith Held)

Mein Roman in drei Sätzen

Die junge Rahel wird von heute auf morgen schwer krank. Eben noch eine erfolgreich funktionierende Filmautorin, wird sie plötzlich aus dem Leben gerissen. Auf ihrem Heilungsweg steht ihre bisherige Welt und Lebensrealität auf dem Prüfstand.

Mein Weg zu Ullstein

Ich wusste schon sehr lange, dass ich diese Geschichte schreiben wollte und wartete auf den richtigen kreativen Zeitpunkt. Zudem fragte mich Barbara Laugwitz mindestens einmal im Jahr danach, wie denn nun meine „Romanpläne“ aussähen. Nach einer guten Verlegerin musste ich also nicht lange suchen, als „Wir von der anderen Seite“ endlich bei mir anklopfte und geschrieben werden wollte.

Das Verdienst meiner Lektorin

Kristine Kress hat mich mit viel Freude an der Arbeit geschmackssicher, kritisch und angenehm sanft durch den Roman geführt. Ich bin ihr sehr dankbar dafür, dass sie meine erste Erfahrung zu einer guten gemacht hat.

Mein Eindruck von Literaturbetrieb und Buchbranche

Ich treffe in dieser neuen Branche überall auf höfliche und gebildete Menschen. Vielleicht komme ich ja nach meinem ersten Ausflug ganz bald wieder?

Meine Lieblingsbuchhandlung

Ich gehe gerne zu Ocelot oder Dussmann in Berlin-Mitte. Wenn ich in München bin, schaue ich auch gerne bei Hugendubel vorbei.

Meine Lieblingsautoren

Oh, das ist schwer, es gibt so viele… Ein paar davon sind: Astrid Lindgren, Jonathan Franzen, James Frey, Zadie Smith, Donna Tartt, Tomi Adeyemi, T.C. Boyle, Nick Hornby, Sibylle Berg, Helene Hegemann und Sally Rooney.

So lese ich

Ich lese überall, zum Beispiel auf dem Sofa, im Bett, in der Badewanne, im Wartezimmer, im Zug, im Park, zwischen zwei Terminen auf der Berlinale, beim Friseur, bei der Fußball-WM und auch schon während einer komplizierten Herzuntersuchung.

Schreiben ist für mich

Fluch und Segen zugleich. Ich behaupte permanent, dass ich am liebsten überhaupt nie arbeiten würde. Wenn ich allerdings einmal frei habe, vermisse ich das Schreiben sehr schnell. Es ist leider wahnsinnig anstrengend und löst eine leichte Besessenheit in mir aus, von der ich mich erholen muss.

Wenn ich nicht gerade schreibe

Drehe ich wahrscheinlich einen Film. Vielleicht lese ich auch ein schönes Buch oder gehe mit meinem Hund spazieren. Ich liebe meine Arbeit.

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

Dieser Roman ist nicht nur im Programm, in meinem Kopf, in meinem Herzen (wenn man so will) und nicht erst jetzt, sondern schon seit Jahren, genauer: seit der Zeit, als ich Anika Decker das erste Mal gesehen haben, irgendwann 2012. Sie hatte schon einen Vertrag mit Rowohlt, und dass sie ihn aufgelöst hat und mit mir zu Ullstein gekommen ist, dafür bin ich ihr genauso dankbar wie für dieses ergreifende und gleichzeitig komische Buch.

Barbara Laugwitz, Verlegerin

Debütanten im Herbst 2019 – im buchreport.magazin 09/2019

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