Die Innenstadt muss sich neu erfinden, aber wie sehr?

Wie geht es mit dem stationären Einzelhandel weiter und den Innenstädten? Darüber haben Stadtplaner und Einzelhandelsexperten in Dortmund auf Einladung von buchreport gestritten. Der gemeinsame Nenner: So wie es ist, wird es nicht bleiben.

„Für viele von uns war Einkaufen und In-die-Stadt-gehen dasselbe. Gestern, als die Welt noch in Ordnung war“, so hat buchreport-Chefredakteur Thomas Wilking eine lebhafte Diskussion unter dem Motto „Innenstadt und Handel: Chancen einer neuen Gründerzeit“ in Dortmund eingeleitet. Er verwies dabei auch auf die besondere Situation und Erfahrung der Buchbranche:

  • Der stationäre Buchhandel hat zuerst den Druck von Amazon erfahren und sich unter großem Leidensdruck neu aufgestellt.
  • Aktuell sieht sich der Buchhandel gleichwohl vor der Herausforderung der zweiten Welle: Weil jetzt die Einzelhandelsnachbarn unter Druck stehen, verändert sich das Umfeld.

Dadurch, dass mittlerweile auch das Einkaufen in nahezu allen anderen Handelsbranchen verstärkt ins Internet abwandert, fehlt auch dem Buchhandel (Lauf-)Kundschaft, weil die Kundenfrequenz zurückgeht.

Was tun, wenn die Kundenfrequenz in den Innenstädten und Einkaufszentren jährlich um 3% und mehr sinkt? Wohin geht die Reise?

Keynote-Sprecher Prof. Wolfgang Christ prognostizierte, dass sich das klassische Einkaufen weiterhin massiv durch Internetangebote verändert. Die Chancen des stationären Handels und der Innenstadtgestaltung liegen aus seiner Sicht in einem deutlichen Gegenentwurf zur Digitalwelt. Der Architekt und Raumplaner stellte Beispiele aus dem In- und Ausland vor, wie Handel neu gedacht werden kann.

Wie radikal die Veränderungen ausfallen werden und müssen, wurde kontrovers diskutiert. Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) verwies auf die bereits intensive Zusammenarbeit der Stadt mit Einzelhändlern und Planern und auf Erfolge bei der Weiterentwicklung des Innenstadthandels im Oberzentrum Dortmund: Zwar werde sich der Einzelhandel stärker konzentrieren, aber es sei ein evolutionärer Prozess. Sierau hat selbst eine Vergangenheit als Raumplaner und Stadtentwickler.

Thomas Schäfer vom Handelsverband NRW, der Einzelhändler Axel Schroeder, Vizepräsident der IHK Dortmund, und die frühere Buchhändlerin Bettina Zobel, die im BochumMarketing Einzelhandelsthemen bearbeitet, schilderten, wie Standorthändler, Filialisten, Immobilienbesitzer und Behörden zusammenarbeiten und zum Teil nur unter größeren Schwierigkeiten zu einem konzertierten Handeln gebracht werden. Die Händler im Publikum, darunter viele Buchhändler, schilderten ihre unterschiedlichen Erfahrungen, die Stadtentwicklung voranzutreiben und besonderen Herausforderungen in kleineren Städten.

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