Frankfurter Beschützer

Der Börsenverein zückt im Kampf gegen digitale Piraterie eine neue Waffe: Verbandstochter MVB vermarktet ab 2015 ein Angebot des US-Software-Anbieters Digimarc. Hanser und Suhrkamp testen bereits den „Digimarc Guardian“.
Digimarc ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter von Lösungen zum Schutz gegen Buch-Piraterie. Zu den Kunden gehören Elsevier, Harper Collins, Pottermore, Random House, Simon & Schuster und Thieme sowie – im Rahmen einer Testphase – Hanser und Suhrkamp. Perspektivisch sollen weitere deutsche Verlage hinzukommen, dafür soll die MVB ab dem Jahreswechsel die Trommel rühren.

Das „Guardian“-Angebot im Überblick:

  • Illegale Downloads sollen automatisch in Internet-Hosting-Diensten und Tauschbörsen aufgespürt werden.
  • Die Anbieter werden zum Entfernen der Dateien aufgefordert.
  • Links zu illegalen Inhalten werden in den Ergebnislisten der Suchmaschinen gelöscht, bevor weitere rechtliche Schritte angekündigt werden.
  • Im Anschluss erfolgt eine eine Überprüfung der Ergebnisse.
Laut Digimarc liegt die Erfolgsquote bei rund 90%. Allein in den USA suchten täglich bis zu 3 Mo Menschen im Netz nach nicht-autorisierten Downloads der 90 meistverkauften Amazon-Bücher.  Verlagen und Autoren entstehe dadurch jedes Jahr ein Verlust in Höhe von 3 Mrd US-Dollar, so MVB und Digimarc.
An den Fachbesuchertagen der Frankfurter Buchmesse (8. – 10.10.2014) informiert Digimarc jeweils von 16 bis 18 Uhr im Zentrum Börsenverein (Halle 4.0, D 85) über den „Guardian“.

Kommentare

3 Kommentare zu "Frankfurter Beschützer"

  1. Ich habe mir gerade mal wieder die Pirateriesituation von Hanser und Suhrkamp angeschaut. Offensichtlich funktioniert das Ding nicht. Was u.a. nicht gerade dafür spricht, dass der Börsenverein endlich mal, nach all den Jahren des Jammerns über Piraterie, Kompetenz auf dem Gebiet erworben hat. Schon merkwürdig. Auch den Verlagen wäre – mag jemand Schul-Metaphern? – zu raten, endlich mal ihre Hausaufgaben zu machen, sonst ist die Versetzung ins digitale Zeitalter gefährdet.

    Ich verstehe ja, dass das Angebot attraktiv ist, nämlich billig, und oh! man muss nicht mehr über das lästige Piraterie-Thema nachdenken. Aber es bringt halt auch so gut wie nichts (nein, die Erfolgsquote liegt entgegen der Eigenwerbung nicht bei 90%, eher im einstelligen Prozentbereich)! Bitte keinem Autoren (das sind diese Leute, die anrufen und sich beschweren) mit Verweis darauf erzählen, dass man ernsthaft was gegen Piraterie tut! Es wäre eine glatte Lüge.

    Ja, im Gegensatz zu Börsenverein, Digimarc und den Verlagen habe ich belastbare Statistiken. Ist auch nicht schwierig, muss man sich nur mal ein bisschen im Netz umtun. Sich auskennen und nicht so naiv sein zu glauben, Algorithmen könnten Captchas lösen etc.

    Schon blöd, dass, solange das nicht besser wird, sämtliche Geschäftsmodelle im Bereich Ebooks in Frage gestellt sind. Aber da geht es ja nur um Geld.

  2. Also, WAS wollen die machen? – Ich bin offensichtlich nicht der einzige, der ein wenig verwirrt ist:
    http://www.heise.de/newsticker

  3. Ganz schöner Beitrag zu dem Thema:
    http://boingboing.net/2013/09/

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