Mission impossible

Als Aufräumer wurde er nach Augsburg geholt, in erster Linie von Banken und Gesellschaftern. Doch seine Mission konnte er nicht erfüllen. Jetzt verlässt der Sanierungsspezialist Josef Schultheis (Foto) Weltbild.
Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz gab die Personalie am Donnerstag bekannt. Schultheis scheide als Geschäftsführer aus, stehe dem Unternehmen jedoch weiterhin als Berater zur Verfügung. Seine Sanierungsaufgaben will nun Geiwitz selbst übernehmen. 
Schultheis hatte maßgeblich die Umstrukturierung bei Weltbild vorangetrieben, auf Basis eines KPMG-Gutachtens, das im September 2013 präsentiert wurde. In Augsburg, bei den Mitarbeitern, hatte Schultheis keinen leichten Stand, weil die Bilanz bei seinen großen Einsätzen (Alpine, Praktiker und Karstadt) gemischt ausfiel.
Bei den kirchlichen Gesellschaftern lief Schultheis schließlich vor zwei Wochen gegen die Wand, als der Sanierungsplan in der Gesellschafterversammlung am Frankfurter Flughafen abgelehnt wurde. Begründung: Der von 65 auf 130 Mio Euro erhöhte Finanzbedarf. Die Folge: Die Geschäftsführung ging zum Insolvenzgericht.

Verdi verabschiedet Schultheis mit deutlichen Worten. Der Sanierer sei mit dafür verantwortlich, dass eine Regel-Insolvenz eingeleitet worden sei, mit der die Chancen auf den Erhalt der Arbeitsplätze „dramatisch verschlechtert“ worden sei. Stattdessen hätte Schultheis beim Amtsgericht Augsburg besser ein Schutzschirm-Verfahren beantragen sollen, das „wesentlich weniger öffentlichen Wirbel erzeugt und den Zeitrahmen entscheidend erweitert“ hätte. Fazit der Gewerkschaft: Schultheis‘ nächster Arbeitgeber solle den Mann als CDO einstellen, als „Chief Destruction Officer“.

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