Bücher brauchen höhere Preise

Wie war 2013, wie wird das kommende Jahr? – Eine Bilanz und ein Ausblick für buchreport.de von Kyra Dreher, Geschäftsführerin des Sortimenter-Ausschusses im Börsenverein.
Das hat mich am meisten gefreut
…dass Alice Munro den Literaturnobelpreis erhielt und damit den Buchhandlungen verkaufsstarke Titel beschert wurden
…dass die Bundesregierung den stationären Buchhandel aktiv fördern will
Das hat mich am meisten geärgert
Triebfedern und Tendenzen, Interessengruppierungen innerhalb der Branche zu entzweien, anstatt sie zu einen und zu stärken
Der mediale und mitunter vollends undifferenzierte Abgesang der Tagespresse auf den stationären Buchhandel
Das habe ich 2013 am liebsten gelesen
Privat: Nemesis von Philip Roth und Lichtjahre von James Salter (es lebe die Backlist!)
Das steht auf meiner persönlichen Agenda 2014
1. Konkrete Ergebnisse darüber zu erzielen, wie stationäre Buchhandlungen gefördert werden können
2. Dazu beitragen, dass die mediale Berichterstattung über den Buchhandel von dessen vielfältigen Stärken handelt
3. Mit den Verantwortlichen der Deutschen Post eine Verbesserung der Laufzeiten „Büchersendungen“ erwirken
4. Gezieltes und effektives Selbstmarketing für Buchhandlungen (evtl. in Form einer gemeinsamen Marketing-Plattform)
Das muss sich in der Branche 2014 ändern
Fokuswechsel von einer (noch) gerätebezogenen E-Book-Diskussion hin zu mehr Überlegungen über offene Geschäftsmodelle und Portabilität.
Höhere Datenqualität, größere Datenvielfalt und belastbare Lieferbarkeitsinformationen für das Sortiment.
Mehr Bewusstsein der Buchhändlerinnen und Buchhändler für auszuschöpfende Optimierungspotentiale wie bspw. im Bestellprozess (vgl. Arbeiten der AG PRO).
Wenn Aufmerksamkeit und Zeitorientierung sich längst als gültige Währung herausgestellt haben, wer braucht dann noch die Titelschwemme?
Bücher brauchen höhere Preise. Es ist m.E. eine Mär, dass dies von den Buchhändlern nicht gewünscht sei oder nicht mitgetragen würde…

Kommentare

4 Kommentare zu "Bücher brauchen höhere Preise"

  1. Michael Lemster | 5. Dezember 2013 um 0:03 | Antworten

    Daumen rauf und danke, Frau Dreher!

  2. Geht’s noch gut?? Bücher noch teurer?? Harry Potter – ein Kinderbuch – kostet 60 DM!! Das ist ja wohl irrwitzig, fällt aber nur auf, wenn man es in DM ausdrückt. Ein Kinderbuch darf nie mehr als 10 € kosten und ein E-Book muß unter 10 € – am Besten für 5 € zu haben sein. Das würde den Buchmarkt nachhaltig ankurbeln und im Ergebnis für mehr Gewinn beim Autor sorgen als Preiserhöhungen! Warum ist wohl Brockhaus Konkurs gegangen? Sicherlich nicht wegen zu niedriger Preise!
    Und wenn einem bei Nobelpreis nur Umsatzförderung einfällt – na gute Nacht!! Spellsurf

    • Michael Lemster | 5. Dezember 2013 um 21:27 | Antworten

      Liebe/r Spellsurf, Sie können sich darauf verlassen, dass bei 90.000 Neuerscheinungen pro Jahr jeder Verlag schon alles versucht hat, um die Preis-Absatz-Relation zu optimieren – darunter natürlich auch niedrige und niedrigste Preise. Aber solange auch die Verlagis und Buchhändler nicht bereit sind, für die Gerhart Hauptmannsche Quarkschnitte zu arbeiten (die meisten Autoren tun es schon), kann man die Bücher eben nicht herschenken.

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