Einen Teil des verlorenen Geschäfts zurückgewinnen

Nicht nur in den USA, auch hierzulande stößt der Versuch von Amazon, Buchhändler mit ins Kindle-Boot zu holen, größtenteils auf Ablehnung, wie eine Umfrage auf buchreport.de zeigt. Zwei Buchhändler, die bei „Amazon Source“ bereits mitmachen, erklären ihr Engagement auf Nachfrage von buchreport.de.
Nach einer Umfrage von buchreport.de schütteln die meisten deutschen Händler mit Blick auf „Amazon Source“ den Kopf:
91 von 100 Buchhändlern, die teilgenommen haben, lehnen das Angebot von Amazon Source ab, hauptsächlich weil sie ihren „größten Mitbewerber nicht für ein Almosen mit Kunden versorgen“ wollen. Auch die aggressive Verdrängungsstrategie sowie die Personal- und Steuerpolitik des Online-Riesen spielt eine Rolle (weitere Ergebnisse im buchreport.express 46/2013, hier zu bestellen).
Jason Bailey, Buchhändler bei JJ Books in Washington, erklärt auf Nachfrage von buchreport.de, dass er sich mehrere Monate lang die verschiedenen Optionen zum Verkauf von E-Readern angeschaut habe, darunter auch die von Kobo. „Ich habe meine Entscheidung davon abhängig gemacht, von welchem nächsten Evolutionsschritt ich im Buchhandel ausgehe“. Und weiter: „Amazon spielt eine große Rolle im Buchgeschäft und hat in allen Bereichen die Art und Weise beeinflusst, wie Buchhandlungen ihre Geschäfte machen. Amazon Source ist eine Möglichkeit, einen Teil des verlorenen Buch- und E-Book-Geschäfts wieder zurückzugewinnen.“
Barbara Racine, Managerin bei der Campus-Buchhandlung Puget Sound in Washington, hat testweise einen Kindle bestellt und ist überrascht über die Kritik der Kollegen: „Unsere Studenten kaufen bereits Bücher von Amazon, es macht keinen Sinn so zu tun, als würden sie es nicht. Das Programm umfasst einen Service, den wir vorher nicht anbieten konnten, also haben wir uns dafür entschieden, es zu testen. (…) Jeder Händler muss seine eigene Entscheidung treffen.“
David Wilk, Verlagsberater und Verleger beim Kinderbuch-Startup Frederator Books, nennt in einem Blog auf digitalbookworld.com Gründe, die für eine Zusammenarbeit mit Amazon sprächen. Hier die Zusammenfassung seiner Argumente: 
  • Profit: Jemand werde diese Geräte verkaufen, warum also nicht der Buchhandel? Hinzu komme: Die Kunden der Buchhandlungen kauften ohnehin schon einen Teil ihrer Bücher über Amazon; als Partner des „Source“-Programms erhalte der Buchhändler einen Teil des  Umsatzes, der sonst verloren wäre.
  • Langfristiger Kundennutzen: Der Händler sollte die Chance nutzen, den Kunden durch eine ausführliche Beratung zur Nutzung des Kindle an sich zu binden, dies erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass dieser seine E-Books z.B. über den Indiebound-Shop, statt Barnes & Noble oder Amazon kaufe.
  • Wissen: Buchhändler könnten sich zu Experten für digitales Lesen entwickeln, dann kämen auch mehr Kunden ins Geschäft, um sich darüber zu informieren. Indem Buchhändler neben dem Kindle auch Geräte von Sony, Samsung und B&N verkauften, hätten sie einen Vorsprung gegenüber den Onlinern, die nicht über eine so große Auswahl verfügten.
  • Technologie: Buchhändler könnten davon profitieren, dass Amazon & Co. Millionen Dollar in Lese-Geräte und Werbung investieren. „Warum sollen sie nicht für Verkäufe zahlen, die die Indies vermitteln?“

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