Neue Bücherbühnen gesucht

Der Flächenrückbau im Handel stellt die Verlage vor neue Herausforderungen: Wie sollen sie ihre Leser erreichen, wenn immer mehr Präsentationsflächen verschwinden? Eine Frage, die auch RandomHouse-CEO Frank Sambeth (Foto) beschäftigt. Mögliche Antworten hat er beim Trendtag Publishing in der Münchner Buchakademie präsentiert.

Bei seinem „Blick in die Zukunft der Pubkikumsverlage“ skizzierte Sambeth die wichtigsten Herausforderungen der Branche:
  • Intermediation: Sambeth zitierte den Amazon Kindle-Manager Russ Grandinetti, der 2011 erklärt habe: „The only really necessary people in the publishing process now are the writer and reader. Everyone who stands between those two has both risk and opportunity.“ Dies betreffe neben den Verlagen auch Agenturen und den Handel.
  • Buchhandel: Am Beispiel von Borders in den USA zeigte Sambeth, dass mit dem Regalplatz auch ein Teil des Marktes verschwinde, Bücher erhielten „weniger Bühne“ und würden daher weniger gekauft. 
  • Online-Handel: Der Anteil des Online-Handels am gesamten Buchmarkt (Print und Online) sei in den USA von 2010 (27%) um 15 Prozentpunkte auf 42% im vergangenen Jahr gesteigert worden. In Deutschland liege der Online-Anteil (2012) bei schätzungsweise 25%, Tendenz stark steigend.
  • Reach/Discoverabilty: Angesichts des massiven Wettbewerbs der Buchverlage mit anderen digitalen Medien und Freizeitbeschäftigungen werde das Thema „Discoverability“ entscheidend für Verlage: Wie können Bücher gegenüber anderen Medien konkurrieren? Amazon zeige durch die Integration der eigenen Goodreads-Community in die Kindle-Plattform, wohin die Reise gehe. Aus Nutzersicht stelle sich dabei aber die Frage: „Wer ist am Schluss der Sachwalter meiner digitalen Daten, meines digitalen Lebens?“ Eine Frage, der sich auch Volker Oppmann mit Log.Os annimmt.
  • Geschäftsmodelle: Am Beispiel von Angeboten wie Oyster, Scribd, Nubico und Skoobe zeigte Sambeth, dass sich die Geschäftsmodelle der Verlage allmählich wandeln, von „buy to own“ (klassischer Print-Ansatz) über „download to own“ (E-Book) über Subscription bis hin zu Streaming – die Verlage seien eindeutig auf dem Weg in Richtung Streaming.
  • Verwertungsmodelle: Die Verlage würden sich in Richtung eines TV-Video-Verwertungsmodells entwickeln: Beginnend mit dem Hardcover bzw. Taschenbuch, folgen zeitlich gestaffelt weitere digitale Verwertungen. Er hoffe, dass diese Verwertungen nicht gleichzeitig erfolgen müssten.

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