Showrooming als Chance für den Buchhandel?

Der Online-Buchhhandel wächst unaufhaltsam – und damit die Sorgenfalten bei Sortimentern und Verlagen. Denn nach wie vor dient das Stöbern im Geschäft vielen Lesern als Inspirationsquelle. Der Online-Handel kann diese Zufallskäufe nicht auffangen. Eine Chance für das stationäre Sortiment.

Eine Studie der Codex Group im Januar 2013 hat aufgedeckt, dass zwar immer mehr Leser ihre Bücher im Netz kaufen (buchreport.de berichtete). Doch die Online-Plattformen seien nicht dafür geeignet, auf neue Titel zu stoßen. Wenn immer mehr stationäre Buchhandlungen schließen, stehen Verlage und Händler vor einem Problem: Wie werden die Leser dann auf neue Bücher aufmerksam?

Diese Fragestellung greift Viriginia Postrel in einem lesenswerten Beitrag auf Bloomberg mit Verweis auf die schlechten Zahlen von Barnes & Noble wieder auf.

Ihre Analyse:

  • Im Buchhandel werden die Titel vom Sortiment bewusst ausgewählt, der Kunde kann aus einer handselektierten Auswahl wählen und diese in Ruhe anlesen. Es mache Spaß nach Büchern zu stöbern, schwärmt Postrel. 
  • Im Online-Handel dagegen läge die richtige Darstellung und Präsentation oft in der Hand der Verleger. Zudem suche der Kunde dort meist gezielt nach einem bestimmten Titel. Anders als im stationären Buchhandel neigten die Online-Käufer weniger zu Impulse-Käufen, meist wüssten sie genau, was sie suchen (oder starren ratlos auf die Suchmaske). 
Das Problem: Werden die Buchhandlungen nur als Showroom für den Online-Handel genutzt, müssen sie irgendwann schließen, weil sie kein Geld mehr verdienen.

Postrels Lösung: Buchhändler sollten den Trend zum Showrooming aufgreifen und einen Nutzen daraus ziehen, dass die Leser sich gerne bei ihnen aufhalten und nach Büchern stöbern: „Trennen Sie den atmosphärischen Teil Ihrer Buchhandlung von der Verkaufsecke. Machen Sie die Abteilung kleiner und limitieren Sie das Sortiment auf einige wenige kuratierte Titel.“ Dieser Bereich sollte dann nur Mitgliedern eines Buch-Clubs offen stehen, für den die Kunden bezahlen. Auch eine einfache Online-Einkaufsfunktion dürfe nicht fehlen.

Auch wenn die Idee sehr an eine Bibliothek erinnert: Es kann nicht schaden, stärker auf die Atmosphäre in der Buchhandlung zu setzen und die Auswahl stärker zu betonen.

Kommentare

3 Kommentare zu "Showrooming als Chance für den Buchhandel?"

  1. Holger Ehling | 30. Juli 2013 um 19:30 | Antworten

    Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob die Idee, EIntrittskärtchen für eine Buchhandlung zu verkaufen, der Weishelt allerletzter Schluss ist…

  2. Schön, habe ich so schon vor geraumer Zeit als Konzept entwickelt.

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