Monatspass

Filialist setzt auf geteiltes Risiko

80 Mio Euro einsparen, 500 Stellen abbauen und bis 2015 rund 50 Franchise-Filialen eröffnen – gemessen an dieser Zielvorgabe unter der Überschrift „Fnac 2015“ (so der Titel des im Januar 2012 aufgelegten Sanierungs-Programms) ist der Chef des kriselnden Multimedia-Filialisten Alexandre Bompard in diesem Jahr auf Kurs. Gerade haben die Franzosen ihre zweite Franchise-Filiale eröffnet.

Und im kommenden Jahr sollen zehn weitere Folgen, beruft sich „Livres Hebdo“ auf Unternehmensangaben. Die weiteren Koordinaten:
  • Die Franchise-Standorte sollen in Städten zwischen 30.000 und 100.000 Einwohnern eröffnen.
  • Die gerade in Betrieb genommene Fläche in Melun (Foto) umfasst 320 qm, deutlich weniger als die typischen 1500 bis 3000 qm großen Fnac-Filialen. 
  • Angeboten werden rund 10.000 Bücher-Titel auf 120 qm – der Rest ist reserviert u.a. für DVDs, Elektronik und Haushaltswaren.
  • Anders als in Melun umfasst die erste Franchise-Filiale, die die Fnac im Oktober 2012 eröffnete, in La Roche-sur-Yon 1800 qm.
Die Franchise-Regie bei der Fnac hat Manuel Biot übernommen, der bislang als Manager bei der Supermarkt-Kette Carrefour gearbeitet hat. Das Franchise-Konzept soll die Dichte der Fnac-Filialen vergrößern und so künftiges Wachstum sichern.  Im vergangenen Jahr hatte der Filialist 5,4% beim Umsatz im stationären Geschäft eingebüßt.

Kleinere Filialen (rund 350 qm) will die Fnac auch in Bahnhöfen und Flughäfen eröffnen, in Kooperation mit dem Unternehmen Lagardère Services, das auf den Vertrieb von Druckmedien (Presse, Bücher) und Reisebedarf im reiseaffinen Einzelhandel (Bahnhöfe, Flughäfen und U-Bahnstationen) spezialisiert ist (buchreport.de berichtete).

Ob Bompards Pläne allerdings auch mittelfristig Bestand haben, steht in den Sternen. Für das kommende Jahr plant die Fnac-Mutter Pinault-Printemps Redoute (PPR), sich per Börsengang von der Fnac zu trennen und sich auf das Geschäft mit Luxus-Artikeln (Labels wie Gucci, Bottega Veneta und Yves Saint Laurent) zu konzentrieren.
In Deutschland arbeiten aktuell der Buchhändler Uwe Fischer und Zweitausendeins an Franchise-Projekten.

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