Monatspass

Keinen einzigen Bücher-Verkauf verhindert

Im Dauerstreit rund um das Digitalisierungsprogramm von Google hat das US-Unternehmen den US-Autorenverband attackiert. In einer an das zuständige Gericht adressierte Stellungnahme erklärt Google, das Scannen und auszugsweise Veröffentlichen von Büchern in Bibliotheken falle unter das „Fair Use“-Prinzip des US-Urheberrechts und biete sowohl Autoren als auch Lesern Vorteile.
Der Streit geht zurück bis ins Jahr 2004, als Google auf der Frankfurter Buchmesse das Bibliotheks-Projekt als Erweiterung des „Google Print“-Programms vorstellte. Ziel: 15 Mio Bücher in 10 Jahren scannen. Tatsächlich hat Google nach eigenen Angaben bislang über 20 Mio Bücher in Bibliotheken (darunter die Bayerische Staatsbibliothek) eingescannt und u.a. Snippets von über 4 Mio englischsprachigen Büchern angezeigt – was mehrere juristische Interventionen nach sich zog. Zuletzt lehnte Richter Denny Chin einen Vergleich von Google mit Autoren und Verlegern im März 2011 ab. Das Verfahren fiel daraufhin zurück zur streitigen Ausgangsproblematik, ob die Veröffentlichung von Snippets (kurze Textauszüge aus den in Bibliotheken gescannten Büchern) unter die „Fair Use“-Rechtsdoktrin des US-Urheberrechts-Systems fällt. Wenige Monate später verklagten Autorenvertreter Google und ein Konsortium von Universitätsbibliotheken wegen Urheberrechtsverletzungen. Vorwurf: Sie hätten von Google „unauthorisierte Scans“ von sieben Mio urheberrechtlich geschützten Büchern erhalten und diese auf der Online-Plattform „HathiTrust“ verwertet.
Die gesamte (Vor-)Geschichte des Google Book Settlement können Sie im buchreport-Dossier nachlesen
Nach der Argumentation von Google ist durch das Einscannen der Bücher, die Veröffentlichung von Auszügen und der Aufbau eines durchsuchbaren Index’ kein wirtschaftlicher Schaden entstanden. Es gebe keinen Beleg dafür, dass Google auch nur den Verkauf eines Buches verhindert habe. Im Gegenteil, die Autoren profitierten insofern von dem Service, als die Datenbank Lesern dabei helfe, Bücher zu finden.

Kommentare

Kommentar hinterlassen zu "Keinen einzigen Bücher-Verkauf verhindert"

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Mit dem Abschicken des Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten elektronisch gespeichert werden. Diese Einverständniserklärung können Sie jederzeit gegenüber der Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutz-Richtlinien

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Webinar-Mediathek

Geballtes Fachwissen

Auf pubiz.de finden Fach- und Führungskräfte aus der Buch- und Medienbranche passgenau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Live-Webinare, Video-Kurse, Praxisbeiträge, Interviews und Anleitungen.

Themen-Kanäle

SPIEGEL-Bestseller

Hardcover Belletristik
1
Riley, Lucinda
Goldmann
2
Fitzek, Sebastian
Droemer
3
Hansen, Dörte
Penguin
4
Link, Charlotte
Blanvalet
5
Kutscher, Volker
Piper
12.11.2018
Komplette Bestsellerliste Weitere Bestsellerlisten

Veranstaltungen

  1. 1. November - 30. November

    Buchmesse Istanbul

  2. 14. November - 2. Dezember

    Münchner Bücherschau

  3. 20. November - 22. November

    32. Medientage München

  4. 20. November - 21. November

    VDZ: Tech Summit 2018

  5. 24. November

    1. BUCHBERLIN KIDS