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Online
Montag, 18. Februar 2013 (11:34 Uhr)


Deutliche Kritik an den Arbeitsbedingungen bei Amazon

„Amazon muss handeln!“

Der ARD-Bericht über die Arbeitsbedingungen bei Amazon erhitzt die Gemüter: Auf Facebook haben Kunden einen Shitstorm entfacht, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen droht mit Konsequenzen, die Gewerkschaft Verdi hat eine Petition eingereicht und auch Vertreter aus der Buchbranche schalten sich ein.  

Die jüngsten Stimmen im Überblick:

  • Im Gespräch mit der „Welt am Sonntagdroht Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) der für Amazon tätigen Leiharbeitsfirma mit Lizenzentzug. „Der Verdacht wiegt schwer, deswegen müssen jetzt so schnell wie möglich alle Fakten auf den Tisch“, so die Ministerin. In Kürze werde der Bericht von Sonderprüfern vorliegen. Er werde „zeigen, welche Konsequenzen gezogen werden müssen. Sollte die Sonderprüfung ergeben, dass an den Vorwürfen gegen die Leiharbeitsfirma etwas dran ist, dann steht die Lizenz auf dem Spiel“. 
  • In einer Petition auf change.org fordert die Gewerkschaft Verdi den Online-Händler auf, sich für faire Löhne und Arbeitsbedingungen einzusetzen. Amazon dürfe nicht länger „die Schlupflöcher des deutschen Arbeitsrechts ausnutzen“, sondern sollte als Vorbild für andere Unternehmen dienen. Die Gewerkschaft will 30.000 Stimmen sammeln und so Druck auf Amazon ausüben.
  • Die Krimi-Autorengruppe „Das Syndikat“ fordert Amazon in einem offenen Brief auf, finanzielle Zusagen gegenüber seinen spanischen Leiharbeitern einzuhalten. Auch kritisieren die Autoren, dass ich das Unternehmen in seiner Stellungnahme „in Allgemeinplätze“ flüchte. „Sollte sich herausstellen, dass dieser Sicherheitsdienst sein Personal noch dazu aus der Neonazi-Szene rekrutiert, erwarten wir, dass Sie sich umgehend von dieser Firma und deren Mitarbeitern distanzieren, dieser zukünftig keine Aufträge mehr erteilen und Sie sich als Unternehmen bei Ihren Mitarbeitern entschuldigen“, heißt in dem Brief. 
  • Im buchreport-Blog hat Verleger Christopher Schroer seine Zulieferer- und Kundenkonten bei Amazon öffentlich gekündigt. 
  • Die „Bild“ erklärt Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber zum Verlierer des Tages (s. Abb.).
  • Nicht nur in Deutschland ist Amazon Gesprächsthema: Im Gespräch mit der „Financial Times kreidet Waterstones-Chef James Daunt an, dass Amazon Arbeitsplätze in den britischen Städten zerstöre: „Wie hoch ist der Anteil an Arbeitsplätzen, den ein neues Lagerhaus schafft, im Verhältnis zur Zahl der zerstören Jobs in den Einkaufsstraßen, und warum muss der Steuerzahler diese Zerstörung mitfinanzieren?“, kritisiert Daunt. Es sei an der Zeit, dass die Politiker ein faireres Steuersystem schaffen. Das Delikate an der Waterstones-Kritik: Der Filialist kooperiert mit dem Onliner und verkauft in den Geschäften die Kindle-Geräte und Kindle-E-Books (hier mehr). 

Amazon betonte in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen die Sicherheit und das Wohlergehen seiner Mitarbeiter sehr ernst nehme und externe Dienstleister regelmäßig überprüfe. Die Vorwürfe der TV-Redakteure würden sorgfältig geprüft, bei Bedarf würden umgehend Verbesserungen eingeleitet.

Update: Nach Informationen von „SPIEGEL ONLINE hat Amazon jetzt dem von der ARD kritisierten Sicherheitsdienst Hensel European Security Services (H.E.S.S.) gekündigt: „Amazon hat veranlasst, dass die Zusammenarbeit mit dem kritisierten Sicherheitsdienst mit sofortiger Wirkung beendet wird. Als verantwortungsvoller Arbeitgeber von rund 8.000 festangestellten Logistikmitarbeitern hat Amazon eine Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung – und wir erwarten das gleiche von allen Unternehmen, mit denen wir arbeiten“, erklärte Unternehmenssprecherin Christine Höger. Die Sicherheitsfirma dagegen weist die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück. 

Die Gewerkschaft Verdi teilte mit, dass sie sich derzeit für höhere Löhne für die fest angestellten Beschäftigten einsetze.



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