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VZ auf VB

Die Verlagsgruppe Holtzbrinck steckt der „Financial Times Deutschland“ (FTD) zufolge in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess: Probleme habe der Medienkonzern vor allem bei langfristig angelegten Onlinegeschäften. Weil die Online-Community StudiVZ immer mehr Mitglieder an Facebook verliert, sei ein Verkauf der VZ-Netzwerke nicht ausgeschlossen.

Wie buchreport berichtete, stieg der Umsatz von Holtzbrinck im Geschäftsfeld Digitale Medien im letzten Jahr um 21%. Insgesamt liegt der Umsatz von Holtzbrinck bei 2,26 Mrd Euro, davon steuert Holtzbrinck Digital etwa 9% bei. Das Geld stammt laut FTD vor allem aus reinen Finanzbeteiligungen, bei langfristig angelegten Onlinegeschäften habe der Medienkonzern Probleme.

In 2007 hatte die Verlagsgruppe die VZ-Netzwerke 2007 für vermutlich 85 Mio Euro gekauft. Inzwischen verliert die einst marktführende Online-Plattformen beständig Mitglieder. Einer repräsentativen Studie des IT-Verbandes Bitkom zufolge sind mittlerweile fast die Hälfte der deutschen Internetnutzer bei Facebook, aber nicht einmal ein Drittel von ihnen bei VZ-Netzwerken:

„Trotz der verstärkten Wettbewerbssituation sehen wir uns als VZ gut aufgestellt und prüfen aus dieser Situation heraus alle strategischen Optionen“, verrät Holtzbrinck-Digital-Chef Markus Schunk der Wirtschaftszeitung. 2010 sei der Umsatz der VZ-Gruppe um 90% auf 30 Mio Euro gestiegen, in diesem Jahr werde sie profitabel sein. „Womöglich sieht Holtzbrinck nun einen guten Zeitpunkt für einen Ausstieg“, so die FTD.

Chancen sieht Schunk dafür im Ausbau der bestehenden Digitalangebote: „Wir wollen stärker das Geschäft um etablierte Angebote, etwa Gutefrage.net und My-Hammer, herum ausbauen“, erklärt Schunk der FTD.

Nach wie vor macht der Konzern einen Großteil des Umsatzes im klassischen Geschäft mit Buchverlagen, im Bereich Bildung und Wissenschaft und mit Zeitungen. In 2010 lag der Umsatz der Holtzbrinck-Gruppe bei 2,26 Mrd Euro (buchreport berichtete).  Während Rowohlt deutliche Einbußen beim Umsatz verzeichnete (–14,6% auf 78,2 Mio. Euro), legte Fischer fast um 15% zu (auf 73,4 Mio. Euro) – und könnte in diesem Jahr, bei einer ähnlichen Entwicklung wie 2010, die Reinbeker Schwester umatzmäßig überholen. Doemer Knaur (50%-Tochter von Holtzbrinck) wuchs beim Umsatz leicht um 1,2% auf 65,2 Mio. Euro, während die Erlöse bei Kiepenheuer & Witsch (85% Holtzbrinck) um 1,1% sanken (auf 26,2 Mio. Euro).

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