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VS setzt das Projekt »Stimmen gegen Rechts« fort

„Stimmen gegen Rechts“ ist ein Projekt des VS zur literarisch-künstlerischen Intervention gegen rechtsextreme Tendenzen und zur Förderung demokratischen Engagements. Eine erste Veranstaltung erfolgt auf der Frankfurter Buchmesse.

„Wie leben und schreiben Autorinnen und Autoren mit multikulturellen Wurzeln in Deutschland?“ Das ist auf der Frankfurter Buchmesse wichtiges Thema einer Diskussionsrunde mit VS-Vorstandsmitglied Dr. Pilar Baumeister. „Wir müssen wieder jenen zuhören, die nicht Hass schüren und teilen wollen, sondern ihrer Sehnsucht nach Frieden Ausdruck verleihen“, sagt Baumeister. „Wir laden alle Kulturschaffenden ein, ihre Stimmen gegen Rechts zu erheben.“

Die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg zeigen deutlich: Es braucht mehr denn je laute Stimmen für Vielfalt, Demokratie und Freiheit, für ein offenes Deutschland vieler Kulturen und Lebensentwürfe und gegen den Hass. Im VS haben wir solche Stimmen, die sich auf die Macht der Worte besinnen und dem Hassgeschrei die subversive Kraft der leisen und empathischen Töne entgegensetzen. Wir zeigen Beispiele für Reichtum und Vielfalt deutschsprachiger Autorinnen und Autoren. Viele sind in Deutschland geboren, stammen aber aus Familien mit Migrationsgeschichte, andere kamen vor Jahren nach Deutschland und sind geblieben, weil sie hier ihre Heimat gefunden haben. So wählt Feridun Zaimoglu die deutsche und nicht die türkische als seine Literatursprache, wie einst Rainer Maria Rilke und Franz Kafka sich dazu entschlossen, der deutschen und nicht der tschechischen Literatur anzugehören, obwohl beide in Prag geboren wurden.

In einem Klima, in dem rechtsextreme Parlamentarier die Freiheit von Theater und Literatur angreifen, bietet der VS die Gegenlektüre zu Hass, Nationalismus und Ausgrenzung an.

Rückblick
Unmittelbar nach Bekanntwerden der Morde durch den NSU setzte der VS mit Lesungen unter dem Motto „Worte gegen Rechts« auf der Leipziger Buchmesse 2012 ein erstes Signal. Die positive Resonanz darauf und weitere Veranstaltungen in Städten wie Hamburg, Berlin und München veranlassten den Bundesvorstand des VS, seine Aktivitäten im Jahr 2013 mit einem bundesweit ausstrahlenden und wirksamen Projekt fortzusetzen und auszuweiten.

Seitdem hat die Spannung zwischen einerseits rechtsradikalem, rassistischem, frauen- und demokratiefeindlichem Gedankengut und anderseits der pluralistischen, integrativen und weltoffenen Gesellschaft noch zugenommen. Auch wenn die Verfechter nationalistischer und ausgrenzender Ideen nur eine Minderheit in Deutschland darstellen, so beherrschten sie über Jahre lautstark den politischen Diskurs. Auch weil es ihnen immer wieder gelang, durch Aufmärsche und Gewalttaten die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen und, wie beispielsweise 2018 in Chemnitz, über Wochen zu dominieren. Fremdenfeindlichkeit, die in Hasstaten umschlägt, gab es schon in den neunziger Jahren, etwa in Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln, Solingen oder Stuttgart. Dies schienen Einzelfälle zu sein. Doch die NSU-Morde machten erst in der juristischen Aufarbeitung deutlich, wie viele unschuldige Menschen dem Rechtsterror zum Opfer fallen. Seit der Jahreswende 2015/16 fühlt sich eine laute Minderheit in Deutschland dazu aufgerufen, offen Hass auf Flüchtlinge und Menschen mit Migrationsgeschichte und von der Norm abweichenden Lebensentwürfen zu äußern, ermuntert auch durch die nationalistisch-fremdenfeindliche Haltung einiger Länder in Europa.

„Stimmen gegen Rechts“ setzt die feinen Töne und den Humanismus der Literatur dagegen und ermutigt uns alle, nicht zu schweigen. Wenn wir „Rechts“ sagen, meinen wir nicht die rechten Parteien, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, sondern die Rechtsextremen, die Fremdenfeindlichen, die Antisemiten, die Islamfeindlichen, die Homophoben und die Frauenfeindlichen, die sich selbst auf den Nationalsozialismus beziehen oder sich durch ihr Vokabular und ihre Ansichten darauf beziehen lassen.

Die Diskussionsrunde
»Stimmen gegen Rechts: Leben, Schreiben und Verlegen von Autorinnen und Autoren mit multikulturellen Wurzeln in Deutschland«  findet auf der Frankfurter Buchmesse, am 16. Oktober 2019 von 12:30 – 13:00 Uhr, Frankfurt Authors Stage (Halle 3.0 K15) statt. Es diskutieren Safiye Can (Schriftstellerin), Dr. Pilar Baumeister (Schriftstellerin, Mitglied des VS-Bundesvorstands), Traian Pop (Verleger); Moderation: Sven j. Olsson (stellvertretender Bundesvorsitzender VS)

Nähere Informationen unter http://vs.verdi.de.

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