Preis der Leipziger Buchmesse vergeben

Die Träger des Preises der Leipziger Buchmesse: Anke Stelling, Harald Jähner und Eva Ruth Wemme (Foto v.l.)

Die Träger des Preises der Leipziger Buchmesse stehen fest: Anke Stelling hat in der Königskategorie Belletristik gewonnen. Außerdem war Harald Jähner in der Kategorie Sachbuch/Essayistik erfolgreich, Eva Ruth Wemme wurde für die beste Übersetzung ausgezeichnet.

  • „Schäfchen im Trockenen“ (Verbrecher Verlag) von Anke Stelling ist laut Jury ein „scharfkantiger, harscher Roman, der wehtun will und wehtun muss, der protestiert gegen den beständigen Versuch des besänftigt Werdens, der etwas aufreißt in unserem sicher geglaubten Selbstverständnis und dadurch den Kopf frei macht zum hoffentlich klareren Denken“.
  • Harald Jähner, der den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik erhalten hat, habe in „Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955“ (Rowohlt Berlin) die deutsche Nachkriegsgeschichte neu beleuchtet. Das Buch sei Alltagsgeschichte im besten Sinne. Selten habe ein Sachbuch Anschaulichkeit, dramaturgisches Gespür und Eloquenz so gekonnt in sich vereint, so das Urteil der Jury.
  • Eva Ruth Wemme übersetzte aus dem Rumänischen „Verlorener Morgen“ (Die Andere Bibliothek) von Gabriela Adameşteanu. Nachdem sie sich schon im vergangenen Jahr mit „Humbug und Variationen“ des rumänischen Nationalabsurdisten Ion Luca Caragiale als „spracherfinderische, den gewagtesten Wortverdrehungen gewachsene Übersetzerin“ hervorgetan habe, bringt Adameşteanus „Verlorener Morgen“ nach Meinung der Jury ihr schöpferisches Talent erneut zum Vorschein.

In diesem Jahr stand die Jury erstmals unter der Leitung von Jens Bisky (bei der Preisverleihung waren nur 6 von 7 Kritikern dabei, Elke Schmitter fehlte wegen eines Infekts). Die siebenköpfige Jury hat 359 Einreichungen (und damit rund 50 weniger als im Vorjahr) geprüft.

Neben den Gewinnern waren außerdem nominiert:

In der Kategorie Belletristik

  • Kenah Cusanit: Babel (Carl Hanser Verlag)
  • Matthias Nawrat: Der traurige Gast (Rowohlt Verlag)
  • Jaroslav Rudiš: Winterbergs letzte Reise (Luchterhand Literaturverlag)
  • Feridun Zaimoglu: Die Geschichte der Frau (Kiepenheuer & Witsch)

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik

  • Frank Biess: Republik der Angst. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik (Rowohlt Verlag)
  • Marko Martin: Das Haus in Habana. Ein Rapport (Wehrhahn Verlag)
  • Lothar Müller: Freuds Dinge. Der Diwan, die Apollokerzen & die Seele im technischen Zeitalter (Die Andere Bibliothek)
  • Kia Vahland: Leonardo da Vinci und die Frauen. Eine Künstlerbiographie (Insel Verlag)

In der Kategorie Übersetzung

  • Liviu Rebreanu: Der Wald der Gehenkten (Paul Zsolnay Verlag), aus dem Rumänischen von Georg Aescht
  • Aura Xilonen: Gringo Champ (Carl Hanser Verlag), aus dem Spanischen von Susanne Lange
  • György Dragomán: Löwenchor (Suhrkamp Verlag), aus dem Ungarischen von Timea Tankó
  • Jean-Baptiste Del Amo: Tierreich (Verlag Matthes & Seitz Berlin), aus dem Französischen von Karin Uttendörfer

Der Preis der Leipziger Buchmesse ist insgesamt mit 60.000 Euro dotiert. Er wird vom Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig unterstützt. 2019 wurde er zum 15. Mal auf der Buchmesse vergeben.

Im vergangen Jahr ging die Auszeichnung an Esther Kinsky (Belletristik). Außerdem gewann Karl Schlögel in der Kategorie Sachbuch/Essayistik, Sabine Stöhr und Juri Durkot wurden für die beste Übersetzung ausgezeichnet.

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