NDR wehrt sich gegen Vorwürfe

Nachdem Branchenvertreter in den vergangenen Tagen gegen das Ende der Literatursendung „Bücherjournal“ protestiert haben, wehrt sich NDR-Intendant Joachim Knuth und betont: Es werde künftig keine Buchbesprechung weniger geben als bisher, das Gegenteil sei der Fall.

Laut NDR sollen Kultur und Literatur „prominenter und auffindbarer in allen Angeboten von Radio, Fernsehen und online platziert” werden. Denn: „Das ‚Bücherjournal‘ erreicht als lineare Fernsehsendung, sechsmal im Jahr gegen Mitternacht ausgestrahlt, zu wenig Menschen, mit fallender Tendenz. Die Buchbesprechungen bestehen fast ausschließlich aus Wiederholungen von Beiträgen, die vom NDR oder anderen Sendern bereits ausgestrahlt wurden und in der Mediathek unabhängig vom ‚Bücherjournal‘ nach Bedarf abrufbar sind. Deshalb hat der NDR entschieden, diese Form des Angebots künftig bleiben zu lassen.”

Sowohl der Börsenverein als auch das Hamburger Literaturhaus hatten – unterstützt von weiteren Branchenvertretern, darunter Verleger, Autoren, Übersetzer und Buchhändler – gegen das „Bücherjournal“-Aus protestiert. Der Tenor: Bücher hätten in den vergangenen Jahren im Fernsehen und gerade bei den Öffentlich-Rechtlichen massiv an Sichtbarkeit eingebüßt. Das sei inakzeptabel. 

Dieser Lesart erteilt NDR-Intendant Joachim Knuth eine Absage. Im Wortlaut: „Wenn Veränderungen missverstanden werden, möchte ich diese Missverständnisse aufklären. Wir werden in Zukunft mehr Bücherbesprechungen im Angebot haben als bisher. Und diese werden mehr Menschen erreichen. Es geht bei Einstellung der Sendung ‚Bücherjournal‘ nicht wie befürchtet darum, den Stellenwert der Literatur im NDR zu mindern. Das Gegenteil ist der Fall. Vielmehr wollen wir Mittel effektiver einsetzen und uns für Literatur-Berichterstattung stark machen.“

Das sind die Kulturpläne des NDR

Um seine Aussagen zu unterstreichen, zählt der NDR aktuelle und neu geplante Programmplätze mit Buchthemen auf:

  • „DAS!‘: Einmal monatlich gibt es einen Buchtipp für Belletristik, in dem auch Bücher jenseits von Bestsellerlisten vorkommen. Diese Rubrik wird auch bei NDR 2 und online zu finden sein. Zudem stehen einmal pro Woche ein Buch und sein Autor/seine Autorin im Mittelpunkt der Sendung. 
  • „Kulturjournal“: Hier werde es weiterhin auch um Bücher und Literatur gehen (inklusive multimedialer Verbreitung).
  • Büchertag: Erstmalig gibt es in disem Jahr einen Büchertag in Hörfunk, Fernsehen und Online, der sich an der Veranstaltungsreihe „Der Norden liest“ orientiert. Bekannte und unbekannte Autoren stellen dabei ihre Bücher vor.
  • Bücher- und Literaturpodcast: Ein neuer Bücher- und Literaturpodcast wird entwickelt, der im Sommer starten soll.
  • NDR Kultur: Mehrmals täglich geht es um Literatur in den Sendungen „Am Morgen vorgelesen“, werktags, 8:30-9:00 Uhr, „Am Abend vorgelesen“, werktags, 22:00-22:30 Uhr und der „Sonnabend-Story“, sonnabends, 8:30-9:00 Uhr. Die Rubrik „Neue Bücher“ läuft werktags, 12:40 Uhr. „Stoltenberg liest“ dienstags um 7:20 Uhr und 12:40 Uhr. Jeden ersten Sonnabend im Monat gibt es von 18:00 bis 19:00 Uhr „BücherLeben“. Auch im „Sonntagsstudio” von 20:00 bis 22:00 Uhr geht es um Literatur.

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