TikTok einfach erklärt

TikTok hat die Herzen der Generation Z erobert. Mehr als eine Milliarde Nutzer tummeln sich weltweit auf der Plattform – für Verlage also eine einzigartige Möglichkeit, die jüngere Zielgruppe zu erreichen. Aber wie genau funktioniert das soziale Medium? Im IT-Channel von buchreport.de erklärt Marvin Hintze vom Marketing-Automation-Anbieter Hubspot, wie TikTok funktioniert und wie Verlage dort am besten agieren.

Die chinesische Video-App ist 2017 aus der Playback-App musical.ly und dem asiatischen Pendant Douyin entstanden. Dort haben User Videos hochgeladen, in welchen sie ihre Lippen zu Songs bewegt haben. TikTok begeistert durch kurze Videos, schnelle Likes und witzige Challenges. Mehr als eine Mrd Nutzer tummeln sich weltweit auf der Plattform – für Unternehmen also eine einzigartige Möglichkeit, die jüngere Zielgruppe mit ihrem Marketing zu erreichen. Aber wie genau funktioniert das soziale Medium überhaupt? Das erfahren TikTok-Neulinge im folgenden Artikel: Wir führen Neugierige durch die Registrierung bis hin zum ersten eigenen Video.

Auf der Startseite können sich Nutzer durch verschiedene Videos swipen oder direkt eigene Videos hochladen.

Auf der Startseite können sich Nutzer durch verschiedene Videos swipen oder direkt eigene Videos hochladen.

In dem „jungen“ sozialen Netzwerk können Nutzer Videos aufnehmen, bearbeiten, teilen und kommentieren. Besonders beliebt auf der Plattform sind Tanz- und LipSync-Videos – allein der dazu passende Hashtag #lipsync wurde bis heute 53,8 Mrd Mal aufgerufen. In Deutschland nutzen mehr als 5,5 Mio Menschen die App, die meisten von ihnen gehören zur Generation Z. Laut aktueller Zahlen von Futurebiz sind 69% der aktiven Nutzer zwischen 16 und 24 Jahre alt. Lediglich 15% sind älter als 35 Jahre. Dadurch eignet sich die Plattform vor allem dann, wenn ein Unternehmen auf Augenhöhe mit einer jungen Zielgruppe kommunizieren möchte.

App downloaden und einrichten

Los geht es im App- oder im Google Play-Store, hier suchen Interessierte nach der TikTok-App und laden sie herunter. Üblicherweise wird die Plattform auf dem Smartphone genutzt, aber auch das Tablet ist dafür geeignet. Entweder loggen Sie sich dann mit einem Google-, Facebook– oder Twitter-Account ein oder erstellen alternativ ein eigenes Konto mit Namen und Passwort. Damit andere Nutzer mehr über Sie erfahren, können Sie die Detailinformationen im Profil überarbeiten. Dafür klickt der Marketer einfach auf das Personensymbol in der unteren rechten Ecke – Nutzername und Profilbild sollten hinzugefügt werden. Hier kann der TikTok-Kanal auch mit anderen Social-Media-Kanälen verknüpft werden – um mehr Aufmerksamkeit für einen Instagram– oder Snapchat-Account zu generieren, empfiehlt sich dieser Schritt auf alle Fälle.

Auf der Startseite werden dem Nutzer nach dem Download der App sofort die ersten Videos angezeigt. Falls bislang keine Beiträge anderer Benutzer gelikt wurden, werden hier Videos abgespielt, die aktuell im Trend liegen – also bei anderen Nutzern beliebt sind. Sobald der Verantwortliche selbst aktiv wird und die Beiträge anderer User kommentiert, likt oder ihnen folgt, rankt TikTok die für die Person relevanten Videos weiter nach vorne und wählt zukünftig Beiträge aus, die zu seinen Interessen passen.

Die Devise: Liken, Kommentieren, Folgen

Möchten Unternehmen einen Beitrag liken, teilen oder kommentieren, können sie die Navigationsleiste auf der rechten Seite der App nutzen. Dort finden Nutzer ein Herz für Likes, die Sprechblase für Kommentare und den Pfeil, um einen Beitrag zu teilen. Alternativ können sie ein Video mit einem Doppelklick darauf liken. Möchten sie gerne mehr von einem Kanal sehen, können Marketer nach rechts wischen und erhalten neben einer Übersicht der Videos des Nutzers auch weitere Informationen über die Person. Gefällt ihnen, was sie sehen, können sie ihr folgen und erhalten so regelmäßig Inhalte von diesem User auf der Startseite.

Über das Lupensymbol links unten haben TikTok-Interessierte die Möglichkeit, nach bestimmten Konten oder Themen zu suchen. Beliebt sind beispielsweise Videos aus den Rubriken Comedy, Tanzen oder Sport, unter welchen man sich von Video zu Video swipen kann. Genau wie bei Facebook oder Instagram können Neulinge aber auch nach einem Hashtag suchen und ihn zu ihren Favoriten hinzufügen. So bleiben sie beispielsweise bei dem Hashtag #marketing immer auf dem Laufenden.

Verantwortliche sollten neben sehr beliebten Hashtags wie „#marketing“ auch kleinere, mit weniger Aufrufen für ein Video wählen – so geht das Posting nicht „verloren“.

Verantwortliche sollten neben sehr beliebten Hashtags wie „#marketing“ auch kleinere, mit weniger Aufrufen für ein Video wählen – so geht das Posting nicht „verloren“.

Der erste Beitrag

Haben Marketer ihr Profil optimiert und auch schon einige Videos gefunden, die ihnen gefallen, kribbelt es vielleicht auch schon in den Fingern, die Funktionen der Video-App selbst auszuprobieren. Die Videos auf TikTok sind üblicherweise maximal 15 Sekunden lang. Ähnlich wie bei Instagram müssen Nutzer auf das in der unteren Mitte befindliche „Plus“-Zeichen tippen, wodurch sich die Aufnahmefunktion mit dem roten Auslöser öffnet.
 

Darf’s ein Effekt sein?

Was wären TikTok-Videos ohne die berühmten Filter und Effekte? Die Plattform selbst bietet eine ganze Menge an Funktionen, mit denen Anwender Videos aufpeppen und anpassen können. Beispielsweise können sie in dem Navigationsmenü auf der rechten Seite auswählen, in welcher Geschwindigkeit sie ihre Videos abspielen lassen möchten. So haben User neben der normalen Schnelligkeit die Wahl zwischen einem Video in Zeitlupe oder einem mit Zeitraffer. Beispielsweise können sie in Slow-Motion durch ihr Lieblingsbuch blättern und zusätzlich einen Farbfilter benutzen, mit dem sich die Farben des Videos anpassen und wechseln lassen.

Die App bietet außerdem verschiedene Augmented-Reality-Effekte für das Gesicht oder die Umgebung an, wodurch das Video das gewisse Etwas bekommt.

Wer freihändig filmen möchte, um sich frei vor der Kamera zu bewegen, kann den integrierten Timer nutzen – nach einem 3-2-1-Countdown startet das Video automatisch.

Vielleicht möchten Nutzer ihr Video auch an zwei unterschiedlichen Orten drehen oder zwischendurch die Szene wechseln. Dafür kann ein Video in verschiedenen Sequenzen aufgenommen werden – Anwender müssen lediglich den roten Aufnahmeknopf erneut drücken, um die Aufnahme zu stoppen. Durch ein weiteres Drücken startet die Kamera wieder – so können verschiedene Szenen in einem Video vereint werden. Wenn sie mit ihrer Kreation zufrieden sind, können TikTok-Fans diese noch mit Stickern, Effekten, Sounds und Texten schmücken.

Bevor Marketer ein Video hochladen, müssen sie noch eine Überschrift festlegen und Hashtags hinzufügen, damit das Video so viele Nutzer wie möglich erreicht. Zusätzlich können diese vor dem Hochladen festlegen, wer den Beitrag sehen kann und ob das Video kommentiert werden darf.

Mit kurzen, kreativen Videos gewinnen Anwender die Aufmerksamkeit der jungen Zuschauer.

Mit kurzen, kreativen Videos gewinnen Anwender die Aufmerksamkeit der jungen Zuschauer.

Nutzer können ihre Videos für alle TikTok-Nutzer öffentlich machen oder schränken die Reichweite ein.

Nutzer können ihre Videos für alle TikTok-Nutzer öffentlich machen oder schränken die Reichweite ein.

Sound an!

Musik spielt bei TikTok eine sehr wichtige Rolle – schließlich gibt es Millionen verschiedener Tanz- und LipSync-Videos, die musikalisch unterspielt werden wollen. Dafür können Musikliebhaber über den Notenschlüssel in der oberen Hälfte der App den richtigen Sound für ihr Video auswählen. Unter „Füge Sound hinzu“ finden sie eine große Auswahl an Liedern oder Geräuschen – die Auswahl wird dann im Hintergrund des Videos zu hören sein.

Marketer können Challenges starten, um auf ihr Unternehmen oder ihr Anliegen aufmerksam zu machen – beispielsweise eine Challenge zum Thema #Lieblingsbuch.

Marketer können Challenges starten, um auf ihr Unternehmen oder ihr Anliegen aufmerksam zu machen – beispielsweise eine Challenge zum Thema #Lieblingsbuch.

Immer wieder machen TikTok-Challenges die Runde, die unter einem bestimmten Hashtag als eine Art Wettbewerb gestartet werden. Die Nutzer der Plattform werden dazu aufgerufen, die Challenge auf eine eigene, kreative Weise nachzuahmen. Eine vergangene Challenge führte TikTok zusammen mit der gemeinnützigen Organisation Wings of the Ocean durch und machte mit der Aktion auf die Umweltverschmutzung aufmerksam. Nutzer wurden dazu aufgerufen, Videos zu machen, die sie im Kampf gegen die Verschmutzung zeigte. Für jeden geposteten Beitrag mit dem Hashtag #CleanSnap spendete TikTok zwei Euro an die Organisation.

TikTok ist eine intuitiv nutzbare App – alle Funktionen sind leicht zu finden und zu verstehen. Neulinge sollten sich nicht davon abschrecken lassen, dass hauptsächlich jüngere Personen auf der Plattform unterwegs sind und es lieber als Chance sehen, eine Zielgruppe ansprechen zu können, die sich durch konventionelles Marketing nicht so einfach erreichen lässt. Mehr und mehr Unternehmen sehen das Netzwerk als Möglichkeit, die eigenen Themen oder Produkte zu platzieren und junge Menschen zu begeistern. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Mit freundlicher Genehmigung von Hubspot.

Marvin Hintze ist Marketing Manager DACH bei HubSpot.

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