Neu im Job? Ihr 30-60-90-Tage-Plan

Inken Kuhlmann-Rhinow. Foto: Hubspot/Schwalenberg Fotografie.

Inken Kuhlmann-Rhinow. Foto: Hubspot/Schwalenberg Fotografie.

Ein neuer Job ist immer aufregend – das Team ist unbekannt, die Aufgaben sind neu, und das Lampenfieber macht die Sache auch nicht immer einfacher. Ein 30-60-90-Tage-Plan und eine konkrete Zielsetzung helfen, um den Start zu strukturieren und zu vereinfachen.

Inken Kuhlmann-Rhinow ist als Marketing Director EMEA bei HubSpot, einem der wichtigsten Anbieter für Inbound-Marketing, Sales-, CRM- und Kundenservice-Software, verantwortlich für die strategische Entwicklung. Im HR-Channel von buchreport.de beschreibt sie ihre Methode, mit den Herausforderungen nach dem Jobwechsel klarzukommen.

Am liebsten würde man sich bereits in der ersten Woche im neuen Job bestens auskennen, eigene Projekte übernehmen und auch schon Freunde unter den Kollegen gefunden haben. So schnell funktioniert das allerdings nicht und das ist keinesfalls schlimm. Sich an eine neue Arbeitsumgebung zu gewöhnen und anzupassen, kostet Zeit. Dennoch: Um sich schnellstmöglich auf alles Neue einzustellen, die Arbeitszeit richtig einzuteilen und Aufgaben zu priorisieren, hilft der sogenannte 30-60-90-Tage-Plan, der als Orientierungshilfe für einen erfolgreichen Start sorgt.

 

Vorab: Konkrete Ziele definieren

Welche Ziele sollten sich Jobeinsteiger idealerweise in den ersten vier bis zwölf Wochen an ihrem neuen Arbeitsplatz stecken und umsetzen? Um diese Frage zu beantworten und vom 30-60-90-Tage-Plan zu profitieren, ist es für Neueinsteiger hilfreich, drei Zieldimensionen zu berücksichtigen: Welche Ziele sollte ich definieren? Wie sollte ich Ziele formulieren? Wie sollte ich Ziele priorisieren?

Welche Ziele sollte ich definieren?

Ziele lassen sich grundsätzlich in vier Arten mit jeweils spezifischen Herangehensweisen einteilen:

  • Lernziele – Wie kann ich so viele Informationen wie möglich über mein Unternehmen, Team und seine Funktion sammeln und aufnehmen?
  • Leistungsziele – Wie kann die eigene Leistung gesteigert werden?
  • Initiativziele – Mit welcher Initiative kann ich positiv auffallen?
  • Persönliche Ziele – Wie kann ich mich in das Unternehmen und das Team integrieren?

Wie sollte ich Ziele formulieren?

Job-Neulinge sollten sich auf konkrete Leistungsziele anstatt auf schwammige Vorsätze konzentrieren. Ziele sollten S-M-A-R-T sein, das bedeutet, dass sie spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert formuliert werden – mit dieser kleinen „Denkhilfe“ bleiben Ziele nicht einfach vage und unrealistisch, sondern lassen sich einfacher kontrollieren. Regelmäßige Feedbackgespräche mit dem Vorgesetzten helfen, um die eigenen Fortschritte festzuhalten. Konkrete Fortschritte lassen sich beispielsweise an bestimmten Leistungskennzahlen, wie der wachsenden Leserzahl der Blog-Posts, ablesen.

Wie sollte ich Ziele priorisieren?

Viele Anfänger stehen vor der Frage, wie sie ihre Ziele klassifizieren können – folgende Orientierung hilft:

  • Welche Ziele hat mein Team? Neulinge müssen den Sinn hinter den Zielen ihres Teams verstehen. Das hilft ihnen, zu begreifen, wieso sie und das Team diese Ziele erreichen sollten und motiviert gleichzeitig, das zu schaffen.
  • Welche Prioritäten muss ich beachten? Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Neueinsteiger sollten dabei unterstützen, die Ziele des Teams zu erreichen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf sollten auch die Prioritäten gesetzt werden. Wenn das Ziel des Teams beispielsweise darin liegt, mehr potentielle Kunden auf die Webseite zu lotsen, priorisieren Verantwortliche das Verfassen von relevanten Blogbeiträgen, um mehr Traffic zu generieren.

 

Die ersten 30 Tage

Das Wichtigste zuerst: Neueinsteiger müssen geduldig sein! Zu Beginn wollen viele Mitarbeiter beeindrucken und arbeiten deshalb ohne Pause. Dabei wissen sie oft noch gar nicht, wie die Arbeitsweise des Teams ist oder welche Visionen und Ziele das Unternehmen hat. Deshalb sollten sich neue Mitarbeiter am Anfang die Zeit nehmen, um alles in der neuen Umgebung kennenzulernen und so viele Informationen wie möglich aufzunehmen.

Motto: Informationen aufnehmen

Die Ziele könnten anhand des Beispiels Blog-Post folgendermaßen formuliert werden:

Lernziele:

  • Die Ziele, Visionen und allgemeine Strategie des Unternehmens kennenlernen
  • Die Unternehmenskultur verstehen
  • Überblick über Kunden und Zielgruppen bekommen; herausfinden, was ihre Probleme sind und wie sich ihnen mit Produkten und Inhalten helfen lässt?

Leistungsziele:

Jede Woche zwei neue Blog-Posts für die Unternehmenswebseite erstellen

Initiativziele:

Mit einer Analytics-Software herausfinden, welche Beiträge in der Vergangenheit besonders oft besucht wurden und danach den Redaktionsplan gestalten

Persönliche Ziele:

Die Kollegen auch auf einer persönlichen Ebene besser kennen lernen und die ungefähren Aufgaben der verschiedenen Mitglieder ermitteln

 

Nach 60 Tagen

In den ersten 60 Tagen sollten Neulinge versuchen, die Erwartungen ihrer Vorgesetzten zu übertreffen und ihren Arbeitseinsatz zu intensivieren. Als neues Teammitglied haben sie die Möglichkeit, Vorschläge zur Verbesserung verschiedener Abläufe zu machen, da sie mit einem frischen Blick auf das Vorhandene schauen können.

Motto: Einen Beitrag leisten

Weiterhin sollten sich neue Mitarbeiter Lernziele, Leistungsziele, Initiativziele und persönliche Ziele setzen, die auf den bereits definierten Zielen der vorherigen 30 Tage aufbauen.

 

Die 90 Tage sind vorbei

Nach drei Monaten sollten neue Mitarbeiter bereits genau wissen, welche Aufgaben zu ihrer Position gehören, und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben. Anstatt lediglich Arbeit auszuführen, sollten sie proaktiv sein und neue Projekte oder Ideen anführen. Vielleicht hat sich in den ersten 60 Tagen auch ein Gespräch mit Kollegen aus anderen Abteilungen ergeben, wodurch sie in Zukunft teamübergreifende Projekte starten können und in der gesamten Abteilung positiv auffallen.

Zugegeben, es ist eine Herausforderung, sich innerhalb von drei Monaten mit allen Feinheiten seiner Position auseinanderzusetzen und darüber hinaus Erwartungen von Vorgesetzten zu übertreffen. Gerade dafür eignet sich der 30-60-90-Tage-Plan, um die berufliche Entwicklung zu fördern und dabei zu helfen, schnellstmöglich ein unersetzbarer Teil des neuen Arbeitsplatzes zu werden.

Mit freundlicher Genehmigung von Hubspot.

Personalkonzepte für die Zukunft

Mehr zum Thema Personalmanagement und -führung lesen Sie im HR-Channel von buchreport und Channel-Partner Bommersheim Consulting. Hier mehr

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