Hetzjagd mit Happy End

Die generalstabsmäßige Vermarktung von „Breaking News“, mit Berichten in Druckfrisch“ (ARD), „buch aktuell“, „Welt“, FAZ“ und „Deutschlandfunk“, zeigt Früchte: Der neue Roman von Frank Schätzing steht auf der nächsten SPIEGEL-Bestsellerliste (ab Mittwoch-Nachmittag auf buchreport.de, am kommenden Montag im SPIEGEL) auf Platz 1.

Nach der Tiefsee  („Der Schwarm“) und dem Weltraum („Limit“) widmet sich der Autor diesmal einem vergleichsweise bodenständigen, wenn auch brisanten Thema: „Breaking News“ handelt von einem Starreporter im Nahen Osten, der einer „Hetzjagd durch die explosivste Region der Welt“ ausgesetzt wird. Kiwi hat für die Mischung aus Thriller, Politdrama und Familiensaga eine Startauflage von 500.000 Exemplaren drucken lassen.

Die Spitze hat Schätzing mit seinem neuen Roman schon erreicht, doch die Vermarktungsmaschine rollt weiter: Auf der Litcologne wird der Autor an sechs aufeinanderfolgenden Abenden aus seinem Buch lesen. Im Interview mit der „Rheinischen Post“ deutet Schätzing an, dass seine Auftritte wenig mit einer klassischen Lesung zu tun haben werden: „Hat man die Geschichte nun mit den Möglichkeiten des Buchs erzählt, lässt sich dieser Kosmos mit anderen medialen Möglichkeiten noch mal ganz anders ausleuchten. Neue Aspekte treten zutage, parallele Handlungsebenen, Hintergründe, sinnliche Erfahrungen, Geräusche, Düfte, Bilder. Die Bühne bietet etliche Möglichkeiten, den Erzählkosmos zu erweitern. Insofern finde ich es eher widersinnig, ein Buch auf der Bühne einfach vorzulesen. Mit Leselämpchen und Tischlein. Mich reizt es, live Register zu ziehen, die im Buch so nicht möglich sind. Das machen wir diesmal wieder.“

Kommentare

1 Kommentar zu "Hetzjagd mit Happy End"

  1. Lawrence of Arabia | 8. April 2014 um 21:20 | Antworten

    Ein schlechtes Buch. Ein erfolgsverwöhnter Autor wagt sich auf
    ein Gebiet, das im echten Leben komplex und tragisch ist – und scheitert. Schätzing gibt einen zweiten Schnulzen-Autor wie seinerzeit Leon Uris mit „Exodus“.

    Warum? Der Autor verehrt den „Schlächter von Beirut“ Ariel Scharon und betreibt Geschichtsklitterung, dass einem übel werden kann.

    Am schlimmsten sind die ernsten, naiven Stellungnahmen Schätzings in diversen Interviews: Seht, ich habe null Ahnung, aber bin vollkommen überwältigt von romatischen Vorstellungen. Armer Schätzing.(http://bit.ly/1pJJO2M)

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