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HDE befürchtet Insolvenzwelle im Handel

Während sich bereits eine Verlängerung des Lockdowns über den 10. Januar hinaus abzeichnet, schlägt der Handelsverband Deutschland (HDE) Alarm: Der anhaltende Lockdown drücke die Verbraucherstimmung, zugleich verschärfe sich die Situation für den innerstädtischen Handel.

Knapp zwei Drittel der Innenstadthändler sehen sich in Existenzgefahr, so das Ergebnis einer aktuellen HDE-Trendumfrage unter mehr als 700 Händlern. Drei Viertel der Händler geben an, dass die staatlichen Hilfen nicht
ausreichen, um eine Insolvenz abzuwenden.

Vor diesem Hintergrund fordert der HDE in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel „eine Perspektive für den Handel und die Anpassung der staatlichen Unterstützung, damit der vom Lockdown betroffene
Einzelhandel spürbare und schnelle Hilfe bekommt“.

„Für viele Händler ist es schon kurz nach zwölf“, erklärt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Allein in der vergangenen Woche habe der vom Lockdown betroffene Einzelhandel rund 5 Mrd Euro Umsatz verloren. Im gesamten Jahr 2020 seien es rund 36 Mrd Euro gewesen. Das könnten die Unternehmen nicht mehr ohne Hilfe kompensieren. „Wenn die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten gemeinsam mit der Kanzlerin eine weitere Schließung unserer Geschäfte beschließen, müssen sie auch für die notwendige Unterstützung sorgen“, meint Genth. 

Es müsse vorrangiges Ziel sein, die Geschäfte wieder zu öffnen und sie dann auch geöffnet zu halten. Zudem macht Genth deutlich, dass bei der staatlichen Unterstützung dringend nachjustiert werden müsse: „Ein Skandal ist die mangelnde Unterstützung unserer Unternehmen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz kündigt zwar immer Milliardenhilfen an, tatsächlich kommen die Hilfen aber nicht zur Auszahlung, weil die Zugangshürden viel zu kompliziert und zu hoch sind.“

In der Folge sieht der HDE den Einzelhandel vor einer Insolvenzwelle. Viele Handelsunternehmen, die von dem zweimaligen Lockdown betroffen seien, hätten ihr Eigenkapital weitgehend aufgezehrt und benötigten deshalb wirtschaftliche Unterstützung. Andernfalls drohe das Aus für bis zu 50.000 Geschäfte mit über 250.000 Mitarbeitern sowie eine Verödung der Innenstädte.

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