E-Books im Holzrahmen

Wie platziere ich E-Books in der physischen Welt? Rücken- oder Frontalpräsentation? Antworten liefert der Ideenwettbewerb „Forum Zukunft Arena Digital 2014“ und prämiert den Entwurf einer Hagener Produktdesignerin, die den E-Book-Kauf im stationären Buchhandel greifbar machen will. Die Grundidee von „Bookshelf 2.0“ (siehe Abbildung), für das Olivia Tomaschek den Jury-Preis erhält: Den traditionellen Einkaufsprozess von physischen Büchern mit einer neuen Technologie zu verbinden und so aufs E-Book-Shopping zu übertragen. Dazu sollen im Buchhandel (oder auch andernorts) digitale Regalwände installiert werden, über die sich Titel anwählen, durchblättern und aufs eigene mobile Endgerät übertragen lassen. Zu dem Konzept gehört die Möglichkeit, ein über das „Bookshelf 2.0“ ausgewähltes E-Book direkt über eine App oder an der Kasse der jeweiligen Buchhandlung kaufen zu können.

Damit erfüllt Tomascheks Entwurf genau die Anforderungen des Wettbewerbs: Seit dem 15. Juli suchte das Forum Zukunft des Börsenvereins wegweisende neue Konzepte für die Präsentation digitaler Inhalte im physischen Raum. Gefragt war eine transportfähige Produktlösung, die es ermöglicht, digitale Angebote im Buchhandel, an Messeständen sowie bei Konferenzen und Lesungen als analoge Erfahrung greifbar zu machen.

„Forum Zukunft Arena Digital 2014“ wurde auf der Crowdsourcing-Plattform Jovoto ausgelobt. Das Preisgeld beträgt 3.000 Euro. Tomaschek wurde von einer Jury gewählt, in der auch Buchhandel und Verlage vertreten waren:

  • Werner Aisslinger, Designer, Studio Aisslinger, Berlin
  • Peter Haag, Verleger, Kein & Aber, Zürich
  • Tobias Schmid, Leiter E-Commerce, Osiandersche Buchhandlung, Tübingen
  • Matthias Wagner K, Direktor des Museums für Angewandte Kunst, Frankfurt am Main
  • Andrea Walburg, Inhaberin und Geschäftsführerin IMB:Troschke, Messearchitektur & Messemanagement, Mörfelden-Walldorf

Matthias Wagner K zur Jury-Entscheidung: „Aus der Fülle der 132 eingereichten Ideen entschied sich die Jury für Bookshelf 2.0 – ein Konzept, das die Sichtbarkeit, das Sich-informieren über und das traditionelle Einkaufen von Büchern mit digitaler Technologie auf äußerst einfache, optisch ansprechende Weise verbindet. Bookshelf 2.0 lässt sich als Display für E-Books in Buchhandlungen ebenso einsetzen wie auf Messen oder im urbanen Raum, etwa an Bus- und U-Bahnhaltestellen. Es erlaubt Dank einer einfach zu verstehenden Benutzeroberfläche ein digitales Stöbern in den präsentierten E-Books sowie den direkten Erwerb, ohne, eingesetzt in einer Buchhandlung oder auf einer Messe, das persönliche Gespräch oder die Beratung auszuschließen. Es spielt auf intelligente Art und Weise mit Seh- und Handlungsgewohnheiten und zeichnet seine Gestalterin aus für ihr hochsensitives Gespür im Detail und zugleich für das Ganze: ein Sich-Bedingen von Form und Inhalt.”

Neben dem Jury-Preis wird am 8. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse (Stand K 15 in Halle 3.1, 10.30 Uhr) auch einen Community-Preis verliehen: Mediendesigner Patric Schade aus München überzeugte mit seiner Idee „Augmented Interactive World” (siehe Bild) die Jovoto-Nutzer. Er hat ein Konzept entworfen, bei dem durch Augmented Reality „digitale Freiheit” erlangt wird. Es sieht vier Möglichkeiten vor, Inhalte zwischen verschiedenen Geräten zu teilen.

Der Community-Preis ist mit 1.500 Euro dotiert, die Zweit- bis Zehntplatzierten erhalten je ein Preisgeld zwischen 1.250 Euro und 250 Euro. Insgesamt haben 81 Teilnehmer aus 34 Ländern 132 Ideen mit insgesamt 860 ausführenden Sheets eingereicht. In Frankfurt wird auch eine Ausstellung der spannendsten Entwürfe stattfinden. Börsenvereins-Mitglieder können über das Forum Zukunft zudem Lizenzen aller Konzepte kaufen und umsetzen.

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