buchreport

Die Skeptiker überwiegen

Der Buchhandel hat in den ersten neun Monaten 2008 ca. 3% weniger umgesetzt als im (sehr guten) Vorjahr. Die Geschäftssituation wird von den Verlagen deshalb entsprechend skeptischer eingeschätzt als vor einem Jahr. Das zeigt das Stimmungsbild, das buchreport gemeinsam mit der Frankfurter Buchmesse ganz aktuell bei Führungskräften in Publikumsverlagen erhoben hat.

Von einem regelrechten Stimmungseinbruch kann allerdings keine Rede sein:

  • Die aktuelle Geschäftssituation der Publikumsverlage schätzt ein Drittel der befragten Führungskräfte schlechter ein als im Vorjahr; die Mehrheit (54%) aber sieht die Lage unverändert, 12% sogar besser als zuvor.
  • Die weiteren Aussichten halten sich die Waage: Jeweils ein gutes Viertel der Verlagsmanager geht entweder von einer (weiteren) Verschlechterung oder  von einer Belebung des Herbst- und Weihnachtsgeschäfts aus; die Mehrheit glaubt auch hier an keine großen Ausschläge.

Das Vertrauen in die Branchenerfahrung, dass die Buchnachfrage selbst von erheblichen Turbulenzen wie der aktuellen Finanzmarktkrise nicht sehr stark beeinträchtigt wird, ist recht ausgeprägt. Es ist mehr die Sorge über die nach dem sehr guten und bestsellerreichen Jahr 2007 bereits seit Monaten etwas ins Stottern geratene Buchkonjuktur.

Der buchreport-Umsatztrend weist nach 9 Monaten einen Umsatzrückgang um 3,1% aus. Damit schlägt das Pendel zurück: 2007 war die Branche überraschend stark um 3% gewachsen.

Ratgeber machen am meisten Sorgen

Das Segment mit den größten Fragezeichen ist die Ratgeber-Literatur, die von wachsenden Alternativangeboten in Zeitschriften und im Internet herausgefordert wi

  • Nur weniger als ein Drittel der Verlagsführungskräfte geht von gleichbleibenden Geschäften im Ratgeber-Markt aus.
  • 38% rechnen mit einem rückläufigen Markt.
  • Aber immerhin 30% sehen auch Wachstumsmöglichkeiten.

Eine überdurchschnittliche Entwicklung wird vor allem den Themenfeldern
Lebenshilfe/Esoterik, Essen & Trinken sowie Gesundheit und Sport zuerkannt.   

In der Belletristik, die derzeit insgesamt einen recht guten Lauf hat, halten sich die Prognosen zu rückläufiger oder steigender Geschäftsentwicklung die Waage. Überdurchschnittlich werden sich nach den Erwartungen in den Publikumsverlagen die Genres Spannung (Krimi/Horror/Thriller), Fantasy/SF und Kinderbuch entwickeln. Mit etwas Abstand folgen deutschsprachige Romane und der Bereich Comic/Manga.

Auch das allgemeine Sachbuch wird überwiegend stabil eingeschätzt. Biografien sowie Politik/Zeitgeschichte werden dabei am häufigsten als mögliche Outperformer genannt.

Kommentare

Kommentar hinterlassen zu "Die Skeptiker überwiegen"

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Mit dem Abschicken des Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten elektronisch gespeichert werden. Diese Einverständniserklärung können Sie jederzeit gegenüber der Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutz-Richtlinien

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Dossier

Aktuelles aus dem Handel

  • Daniela Koch empfiehlt »Die Erfindung des Ungehorsams«  …mehr
  • Peter Peterknecht: Profilieren in der Pandemie  …mehr
  • Minijobber haben keinen Lohnanspruch bei Corona-Lockdown  …mehr
  • Schweizer Filialist Orell Füssli expandiert  …mehr

  • SPIEGEL-Bestseller im Blick

    Der SPIEGEL-Bestseller-Newsletter gibt Ihnen jede Woche kostenlos einen Überblick zu den Aufsteigern der neuen SPIEGEL-Bestsellerlisten.

    » Melden Sie sich hier kostenlos an.

    Wollen Sie sich darüber hinaus schon vorab und detailliert über die Toptitel von morgen informieren, um frühzeitig disponieren zu können?

    » Bestellen Sie das SPIEGEL Bestseller-Barometer ab 8 Euro pro Monat.

    Wenn Sie die SPIEGEL-Bestesellerlisten z.B. in Ihren Geschäftsräumen präsentieren wollen oder online in Ihren Web-Auftritt integrieren möchten, hat buchreport weitere Angebote für Sie.

    » Weitere Angebote zu den SPIEGEL-Bestsellerlisten