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Buchhändler werden zu Statisten degradiert

Die neue Aktion „Lesefreunde“ der Stiftung Lesen sorgt für Unmut: In einem offenen Brief kritisieren neun Sortimenter, dass der Börsenverein seine Mitglieder „wieder einmal“ vor vollendete Tatsachen stelle und die Buchhandlungen am Welttag des Buches zu „Statisten und Buchabholstationen“ degradiere.
Zwar befürworten die Unterzeichnenden grundsätzlich die Ausweitung der Aktionen zum Welttag des Buches (23.4.). Sie kritisieren aber, dass die Kampagne ohne Einbeziehung der Buchhandlungen und Protagonisten vor Ort geplant wurde. Die Sortimenter seien nicht rechtzeitig informiert worden; die Mitglieder vor vollendete Tatsachen gestellt worden, während sich Thalia als Sponsor feiern lassen dürfe. 
„Von einer Aktion des Börsenvereins zum Welttag des Buches (die ja schließlich u.a. aus unseren Mitgliedsbeiträgen finanziert wird) erwarten wir, dass Sie so angelegt ist, dass sie die Buchhandlungen vor Ort ins Zentrum des Marketings für das Buch rückt“, heißt es weiter. Dies sei offensichtlich nicht die Intention der Aktion „Lesefreunde“. 
Im Interview mit buchreport, das in ausführlicher Form im kommenden buchreport.express (16.2.) erscheint, erklärt Joerg Pfuhl, Vorsitzender der Stiftung Lesen, dass es gerade den Reiz der Aktion ausmache, wenn branchenfremde Mittler für das Lesen werben: „Nicht die Verlage oder die Buchhandlungen verschenken die Bücher, sondern die Leser, die ihrem Freundeskreis oder anonym auf der Straße ihre Begeisterung für Bücher an andere Leute weitergeben.“
Zudem kritisieren die Händler, dass es ein neues Logo für den Welttag gebe, verbunden mit zusätzlichen Ausgaben für neue Werbemittel. Für das kommende Jahr wünschen sie sich eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Handel und den Organisatoren. 
Der offene Brief wurde unterzeichnet von: 
  • Hermann Degenhardt, Buchhandlung Siering (Kassel)
  • Sami El-Schechli, Buchhandlung Hühn (Kassel)
  • Katharina Engelhardt, Buchhandlung Büchereck am Rathaus (Vellmar)
  • Gabriele Kubesch-Paech, Buchhandlung in Harleshausen (Kassel) 
  • Elke Müldner, Buchhandlung Mander (Wolfhagen) 
  • Jörg Robbert, Buchhandlung am Bebelplatz (Kassel)
  • Ute Stoeger, Buchhandlung Terracotta (Kassel)
  • Mike Trepte, Buchhandlung Unibuch (Kassel)
  • Stefan Vogt, Buchhandlung Vogt (Kassel)

Kommentare

1 Kommentar zu "Buchhändler werden zu Statisten degradiert"

  1. Liebe KollegInnen,
    Ihr habt ja recht! Aber der Börsenverein hat bei der „Stiftung Lesen“, die der Organisator ist, offenkundig reichlich wenig zu melden. Da sollte man auf der Hauptversammlung durchaus fragen, ob entsprechende Gelder nicht für andere Leseförder-Aktivitäten, die weder Thalia noch Bertelsmann noch andere Finanzkräftige fördern. Und es gibt unzählige Buchhandlungen, die interessante, vielfältige und erfolgreiche Initiativen gestartet haben. mit eigenen Ideen und eigenen Mitteln. Die STIFTUNG LESEN speilt da in einer anderen (Management-)Liga.

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