Apple muss zahlen

Im Sommer 2013 war der Unterhaltungselektronik-Konzern Apple schuldig gesprochen worden, konspirativ mit Verlagen die E-Book-Preise erhöht und somit gegen das Kartellrecht verstoßen zu haben. Während sich die angeklagten Verlage HarperCollins, Simon & Schuster, Hachette, Macmillan und Penguin auf einen Vergleich einließen, zog Apple gegen das US-Justizministerium vor Gericht und wollte die Aufhebung der Entscheidung erreichen.

Ein Berufungsgericht hat die Entscheidung gegen Apple aber bestätigt. Mit der Weigerung des Supreme Courts, das Verfahren neu aufzurollen, wird eine Strafzahlung von Apple über 400 Mio. US-Dollar fällig als Schadensersatz für von den hohen E-Book-Preisen betroffenen Verbraucher. Hinzu kommen auf Apple ca. 50 Mio Dollar Kosten des Rechtsstreits.

Dabei waren Apple im Herbst auch US-Autoren und Buchhändler beigesprungen: In dem Kartellverfahren gegen Apple hatten sich die Buchhändlervereinigung American Booksellers Association (ABA), der Filialist Barnes & Noble sowie die Autorenvereinigungen Authors Guild und Authors United mit einer gemeinsamen Erklärung an das Gericht gewandt. Tenor: Die wahre Gefährdung des Wettbewerbs auf dem E-Book-Markt gehe von Amazon aus.

Amazon hatte dem E-Book-Markt über Niedrigpreise den entscheidenden Anstoß gegegeben. Die damit verbundene Entwertung der Bücher war Verlagen und Händlern suspekt. Gegen diese Niedrigpreispolitik hatten Verlage und Apple das Agency-Modell entwickelt, hier ein Überblick.

Anders als die 166 Mio Kompensationszahlungen, die die Verlage damals bezahlt haben, können die bald erfolgenden Apple-Gutschriften offenbar nicht nur für Bücher, sondern auch für andere Handelware ausgegeben werden, berichtet das US-Branchenblatt Publishers Weekly.

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