Auch Daten aus Warenhaus und Bahnhof

Der Börsenverein meldet keine Zahlen zur Buchmarktentwicklung mehr: Im „Börsenblatt“ und auf Boersenblatt.net hatte der Verband kürzlich ausrichten lassen, dass sein Datenlieferant GfK Entertainment „die tatsächliche Marktentwicklung nicht valide“ abbilde.

Auch die Zahlen des Deutschschweizer Buchmarkts, ebenfalls von GfK Entertainment, werden mit Einschränkungen präsentiert, weil dort Marktführer Orell Füssli Thalia nicht mehr zum Panel gehört und deshalb die Stichprobe hochgerechnet werden müsse (was freilich mangels Vollerhebung für alle Marktdaten gilt). In Deutschland sei die GfK-Datenlage allerdings „noch schlechter“.

Boersenblatt.net hatte darauf erstmals nach langer Zeit Marktdaten von GfK-Wettbewerber Media Control referiert, die Anfang Februar bereits buchreport in seinem Umsatztrend aufbereitet und vermeldet hatte (buchreport.express 5/2016). Media Control hatte vergangenes Jahres eine ganze Reihe von Exklusivverträgen mit großen Datenlieferanten geschlossen und verfügt im stationären Geschäft über eine breite Datenbasis.

Nach der GfK-Demontage mäkelte der Börsenverein allerdings auch an den Media Control-Zahlen herum:

  • Im Rahmen der „Börsenblatt“-Meldung wurde kritisiert, dass die Media Control-Zahlen nicht mit den – vom Verband zuvor selbst verworfenen – GfK-Zahlen übereinstimmten:  „Man könne wegen der großen Abweichungen bei den Erhebungen ,kein Vertrauen mehr in die Zahlen‘ haben“, lässt sich Börsenvereins-Geschäftsführer Alexander Skipis zitieren.
  • Die „Börsenblatt“-Redaktion assistierte: Zahlen von Media Control „bilden den Buchhandel nur zum Teil ab: Zahlen zu E-Commerce, Warenhäusern und Bahnhofsbuchhandel fehlen“.

Dem hat jetzt Media Control-Geschäftsführerin Ulrike Altig widersprochen und eine Korrektur erreicht: „Richtig ist, dass im Media Control Sortiments-Buch-Monitor auch die Abverkaufsdaten von Warenhäusern und Bahnhofsbuchhandlungen abgebildet werden.“

Verschärfter Wettbewerb

Hintergrund der Auseinandersetzung ist der zuletzt verschärfte Wettbewerb zwischen GfK und Media Control. Seit 2013 gehen die über 10 Jahre in der Media Control GfK International verbundenen Marktforscher getrennte Wege. Abweichungen zwischen den jeweiligen Hochrechnungen haben in der Branche für Irritationen gesorgt und zur Forderung, auf Datenexklusivität zu verzichten und damit die zugrunde liegenden Panel auszugleichen.  Media Control-Geschäftsführerin Altig hatte im buchreport.express (Nr. 4/2016) eine Lösung der „Datenprobleme“ bis Ende April in Aussicht gestellt.

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