Notbremse nach turbulentem Jahr

Extravagantes Outfit: die Zentrale von Swets in Leiden (Foto: Swets).

Der Weltmarktführer im Abonnement- und Informationsmanagement hat kein Geld mehr: Die Insolvenz des niederländischen Informationsdienstleisters Swets, der insbesondere Abonnements für Bibliotheken verwaltet, hatte sich schon im vergangenen Jahr abgezeichnet. Fachverlagsriese Springer SBM rät Bibliotheken, das Geschäft mit Swets sofort einzustellen.

Am vergangenen Freitag hat das Management von Swets (Firmensitz ist in Leiden, Niederlande) beim Insolvenzgericht in Amsterdam die Insolvenz angemeldet. Dies erklärt das Führungs-Quartett aus Han Stoop, Teri Hawksworth, Nadine Beister, Ramon Schrama und Ted van Dongen in einer Mail an Kunden, die buchreport.de vorliegt. 
Als Insolvenzverwalter wurde demnach J.L.M. Groenewegen von der Wirtschaftskanzlei Kanzlei CMS Hasche Sigle bestimmt. Man werde eng mit dem Verwalter zusammenarbeiten, um Perspektiven für das Unternehmen zu erarbeiten, darunter ein Verkauf von Teilen oder des gesamten Unternehmens, heißt es weiterhin.
Swets verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 8000 Kunden (mit rund 800.000 Abonnements) in 160 Ländern, unterhält Büros in 23 Ländern und beschäftigt über 570 Mitarbeiter.
Im jüngsten Geschäftsbericht hatte Swets bereits erklärt, dass 2013 ein „turbulentes Jahr“ gewesen sei. Der Umsatz war 2013 um 8% auf 550 Mio Euro gesunken, bei einem Nettoverlust von 51 Mio Euro. Die beabsichtigte Transformation des Unternehmens benötige mehr Kapital, als aktuell verfügbar sei. Als Gründe wird auf die sinkenden Ausgaben des Staates (für Bibliotheken) und die zunehmende Verlagerung von Print- zu digitalen Abonnements (die weniger Provision abwerfen) verwiesen. 
Die Gläubiger des Unternehmens (vorwiegend Banken) hätten ohnehin einen Verkauf von Swets in der 2. Jahreshälfte 2014 geplant – was jetzt unter neuen Rahmenbedingungen erfolgen soll.
Springer SBM hat in einer Stellungnahme Kunden explizit davor gewarnt, weiter mit Swets zusammenzuarbeiten. Diese seien einem „substanziellen Risiko“ ausgesetzt, sollten sie weiterhin Zahlungen für Springer-Inhalte (besonders für Abonnements 2015) an Swets abführen. Vor diesem Hintergrund habe man die Verträge mit Swets gekündigt. Man gehe diesen „außergewöhnlichen Schritt“, um mögliche Folgen der Situation (gemeint ist die Insolvenz) für die jeweilige Institution abzuschwächen. Stattdessen sollten die bisherigen Swets-Kunden mit anderen Abo-Agenten oder Springer direkt zusammenarbeiten.
Eine ähnliche Warnung hat Elsevier, an Bibliotheks-Kunden verschickt.

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