Hugendubel bleibt erstmal bei Weltbild an Bord

Die Einigung von Bischöfen und den Geschwistern Hugendubel auf einen Millionen-Kredit ist schon bekannt. Doch jetzt sind Details durchgesickert. Demnach bleibt der Münchner Filialist – vorerst – unter dem Dach der DBH.
Noch bis zur vergangenen Woche war geplant, Hugendubel nach der Übernahme eines Teils der Weltbildplus-Filialen aus der gemeinsamen Holding DBH herauszulösen; die Weltbildplus-Filialen sollten dann mit einem veränderten, eher buchhändlerischen Konzept von Hugendubel fortgeführt werden. Kurz vor Vertragsschluss, so die „Süddeutschen Zeitung“, habe Maximilian Hugendubel allerdings eine Kehrtwende vollzogen, weil er sich geweigert habe, Weltbildplus-Standorte zu übernehmen. Das neue Modell: Hugendubel bleibt mit den Weltbild-Läden unter dem DBH-Dach vereint. 
30 Mio Euro für Hugendubel bis Ende März

Nach dem Kompromiss von Hugendubel und der katholischen Kirche stellt das Erzbistum München-Freising nach Informationen der „SZ“ spätestens bis zu diesem Dienstag ein Darlehen in Höhe von 10 Mio Euro zur Verfügung, für das die Geschwister Nina und Maximilian Hugendubel mit Teilen ihres Privatvermögens hafteten. Die Banken, bei denen Weltbild, DBH und Hugendubel Verbindlichkeiten haben, legen laut „SZ“ kurzfristig 10 Mio Euro darauf. Das Procedere: Bis Ende Februar soll Hugendubel Banken und Kirche ein Sanierungsgutachten vorlegen. Bei einer positiven Prognose für DBH/Hugendubel werde das Erzbistum München-Freising noch einmal 10 Mio Euro als Kredit zur Verfügung stellen.

Hugendubel selbst hält sich zu den Finanzierungsplänen bedeckt, eine Sprecherin erklärte gegenüber buchreport.de, man wolle dies nicht kommentieren.

Die gefundene Lösung nimmt jenen Kritikern innerhalb der Kirche Wind aus den Segeln, die moniert hatten, von den Krediten profitiere lediglich ein einzelnes Unternehmen – Hugendubel –, sie kämen aber nicht der Weltbild-Gruppe zugute. Und sie dürfte Weltbild-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz in die Hände spielen. Geiwitz bemüht sich, wie berichtet, darum, Weltbild möglichst als Ganzes (also Verlagsgruppe Weltbild und DBH) zu verkaufen – und sucht dabei offenbar besonders im Ausland nach Investoren.

Ob Geiwitz‘ Mission gelingt, ist unklar, auch innerhalb der DBH sind viele Zweifler. Am Ende könnte der Insolvenzverwalter gezwungen sein, die Weltbild-Gruppe aufzuteilen und zu verkaufen, als Filetstück gelten dabei der E-Commerce und die Tolino-Aktivitäten von Weltbild/Hugendubel. Dann würden auch die Karten für Hugendubel neu gemischt.  

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Kommentare

1 Kommentar zu "Hugendubel bleibt erstmal bei Weltbild an Bord"

  1. Es ist jetzt sehr zu hoffen, dass alle Vorgaben im Rahmen des Kredits, den die Erzdiözese München-Freising an Hugendubel in München gibt, auch eingehalten werden können.
    Prognosen, wie sich die Lage langsam im Weltbild Verlag entwickeln wird, können jetzt auch nicht abgegeben werden.
    Da muss man abwarten.
    Jedenfalls will Insolvenz-Verwalter Geiwitz einen Käufer für Weltbild suchen.
    So wie eben das Ganze bei Weltbild aussieht, soll Hugendubel mit einem Plan zur Sanierung von Weltbild beitragen.
    Die Geschwister Hugendubel werden zur Haftung aus ihrem Privatvermögen für diesen ersten 10 Millionen Kredit der Kirche herangezogen und zudem legen die Banken, bei denen Hugendubel und Weltbild Verbindlichkeiten haben,10 Millionen dazu.
    Dieses Konstrukt der DBH ist etwas schwierig, da dies ja ein Verbund von Hugendubel, Weltbild u. a. ist.
    Die Kirche, die ja noch als Eigner von Weltbild agiert, ist jetzt auch aufgefordert klar zu sagen, wie sie sich die Fortführung des Weltbild Verlages mit Sitz in Augsburg eigentlich vorstellt.
    Weitere große Geldspritzen von der Kirche haben auf längere Sicht sicher keinen großen Effekt.
    Einen guten und festen Verlagsunterbau könnte also nur durch einen Neueinsteiger, der auch einen Neuanfang bei Weltbild wagt, geschaffen werden.
    Ich denke nicht, dass der Zug nach vorne an Weltbild bereits vorübergefahren ist. Weltbild hat sicher noch Potenziale, die auch ausbaufähig sind. Nur sollte dies auch richtig geprüft werden.
    Diverse Nebelaktionen mit einem Vorzeichen von Hektik bringen für Weltbild jetzt nichts.

    Es sollte mit den Vorzeichen der Vernunft und einer guten Weitsicht im Blick auch auf die Mitarbeiter/innen der Weltbild Verlagsgruppe gehandelt werden.
    Dazu lassen sich aber keine schnellen Lösungen über den Daumen peilen, sondern das jetzt von der Kirche freigemachte Geld für Weltbild bietet einen Handlungsspielraum an. Und dieser sollte positiv genutzt werden.
    Es wäre sehr fatal und auch falsch, wenn man der Kirche jetzt noch weiterhin Vorwürfe machen würde. Sie hat die Bereitschaft gezeigt sich an Weltbild einzusetzen.
    Von allen Beteiligten ist jetzt zu sondieren, wie der derzeitige Stand von Weltbild ist. Wichtige Fragen und Problemstellungen sollten deshalb auch gemeinsam bewältigt werden.
    H. Kraft

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