Crowdfunding demokratisiert die Bücherwelt

Die Münchner Verlagsgruppe hat mit „100 Fans“ eine Crowdfunding-Plattform für Bücher ins Leben gerufen. Das Konzept und die Perspektiven des neuen Finanzierungsmodells erläutert Projektmanagerin Felicia Englmann (Foto) im Interview mit buchreport.de.
Warum setzen Sie auf Crowdfunding?
Crowdfunding bringt Leser und Autoren näher zusammen, und es demokratisiert die Bücherwelt. Leser können selbst entscheiden, welche Bücher erscheinen. Autoren erfahren direkt, ob ihre Bücher und Buchideen bei den Lesern ankommen.
Was motiviert die Unterstützer?
Es sind die Projekte und Autoren, die Leser begeistert und Fan werden lassen. Sie wollen das Buch, das sie unterstützen, wirklich lesen. Und vielleicht wollen sie mit eine größeren Fanpaket auch den Autor finanziell unterstützen, weil sie wissen, dass Autoren Geld verdienen müssen, um gute Bücher schreiben zu können.

Wenn ein Projekt mehr als 1000 Fans für sich gewinnt, wird das Buch von der Münchner Verlagsgruppe mitbeworben, haben Sie angekündigt. Wie funktioniert das genau? 
Genau wie bei den Büchern aus den anderen Imprints der Münchner Verlagsgruppe: Die Bücher werden in der gedruckten Vorschau vorgestellt, unsere Vertreter präsentieren die Bücher in den Buchhandlungen, wir bewerben die Neuerscheinungen in unseren Newslettern und über die Social-Media-Kanäle. Neuerscheinungen nehmen wir mit auf die Frankfurter Buchmesse. Im Handel sollen die Titel direkt als 100-Fans-Bücher erkennbar sein.
Wie verändert sich die Zusammenarbeit mit dem Autor durch die neue Form der Finanzierung?
Die Autoren haben allen Grund, stolz und selbstbewusst zu sein, denn wer 100 Fans oder mehr gefunden hat, bringt den Erfolg bereits mit, wenn er bei uns das Manuskript abgibt.
Funktioniert Crowdfunding nur für eine überschaubare Menge an Titeln oder kann das Finanzierungsmodell auch bei einer breiten Masse zum Erfolg geführt werden? 
Crowdfunding funktioniert für genau so viele Titel, wie es Fans gibt, die sie unterstützen und erfolgreich machen. Wir denken, dass das sehr viele sind, denn es gibt sehr viele gute Autoren mit spannenden Ideen, auf die die Fans warten.
In Großbritannien finanziert der Verlag Unbound sein ganzes Programm mit Crowdfunding. Kann das in Deutschland auch funktionieren? 
Vielleicht? Wir stehen ja noch ganz am Anfang mit unserem Projekt und müssen selbst erst sehen, wo die Reise hingeht. 
Auf Kickstarter sind vor allem Comics erfolgreich. Welche Genres sind Ihrer Meinung nach besonders interessant für die Community?
Wir denken, dass bei uns ebenfalls Graphic Novels erfolgreich sein werden, aber auch Humorbücher, Mystery, Fantasy und Erotik sehe ich weit vorne. Und Sachbücher. Denn es gibt viele gute Sachbücher und Sachbuchautoren, die sehr spezielle Themen behandeln und sicher genug interessierte Fans finden werden. Vor allem aber werden Bücher erfolgreich sein, deren Autoren gut vernetzt sind – ganz unabhängig vom Genre.
Welche anderen kreativen Formen der Buch-Finanzierung könnten sich perspektivisch durchsetzen?
Vermutlich wird sich im E-Book-Bereich viel tun. Warum nicht eines Tages Abos oder Fortsetzungsromane anbieten?

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