E-Book-Verleih ist eine kleine Größe mit gewaltigen Steigerungsraten

Noch spiele der E-Book-Verleih in den Bibliotheken keine große Rolle, berichtet Barbara Lison, (Foto), Vorstandsmitglied des Deutschen Bibliotheksverbands und Direktorin der Stadtbibliothek Bremen. Doch die Nachfrage wachse gewaltig. Deshalb könne es nicht angehen, dass einige Verlage keine Titel für den digitalen Verleih freigeben.
Wie wichtig ist der E-Book-Verleih in Bibliotheken? 
Die E-Book-Ausleihe ist – wie alle Innovationen – noch eine relativ unbedeutende  Größe, wenn man die Gesamtzahl der Ausleihen betrachtet. Allerdings hat sie gewaltige prozentuale Steigerungsraten, besonders in den Großstadtbibliotheken. E-Books werden Teil der Normalität für die Bevölkerung und müssen daher auch Teil der Normalität für Bibliothekskunden werden.
Die Gespräche zwischen dem Deutschen Bibliotheksverband (DBV) und dem Börsenverein zum E-Book-Verleih wurden aus kartellrechtlichen Gründen abgesagt. Wie geht es jetzt weiter?
Der Börsenverein hat eine Woche vor dem anberaumten Termin das Gespräch aus kartellrechtlichen Gründen abgesagt. Das ist ein Déjà-vu für mich, denn im Mai 2012 wurde ein ähnliches Gespräch aus demselben Gründen auch schon kurzfristig abgesagt. Die bisherige E-Book-Ausleihe über die Aggregatoren funktioniert sowohl für die beteiligten Bibliotheken als auch für die dort vertretenen Verlage. Da sich leider nicht alle Verlage beteiligen – darunter größere und große Publikationsverlage – sucht der DBV eine Lösung auch auf politischer Ebene. 
Es bleibt also bei der Forderung der Bibliotheken nach einer Urheberrechtsreform, die einen Verleih digitaler Bücher ohne Zustimmung der Verlage ermöglicht?
Ja, analog zu den gedruckten Werken auf der Basis des Erschöpfungsgrundsatzes. Nichtsdestotrotz hat der Deutsche Bibliotheksverband e.V. auch weiterhin an innovativen Geschäftsmodellen von einzelnen Verlagen Interesse.
Einige Stadtbibliotheken bieten den Verleih auch bundesweit an. Wie stehen Sie dazu? 
Der Bibliotheksverband vertritt die Interessen und Anliegen der Bibliotheken als Institutionen. Stadt- und Gemeindebibliotheken als kommunale Einrichtungen haben den Auftrag, Dienstleister für die Einwohner ihres jeweiligen Einzugsgebietes zu sein. Um dieses sicherzustellen, orientiert sich z. B. die Bibliothek in Bremen auf abgegrenzte Postleitzahlgebiete. So wird erreicht, dass die begrenzte Anzahl von Ausleihlizenzen pro Titel nur von den Bürgerinnen und Bürgern des Einzugsgebietes genutzt werden kann.

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