Amazon droht den Buchhandel zu töten

In Frankreich braut sich aktuell ein Sturm der Entrüstung zusammen, der sich gegen Amazon richtet. Der Medien-Giganten drohe den unabhängigen Buchhandel zu zerstören. Lanciert wurde die massive Kritik von ganz oben.
Die neue Kulturministerin Aurélie Filippetti erklärte zur Eröffnung der Buchmesse von Nancy, dass Amazon durch seinen steuergünstigen Europa-Sitz in Luxemburg de facto Wettbewerbsvorteile genieße. Hintergrund: Wenn Amazon in Frankreich oder Deutschland E-Books verkauft, gilt für das Unternehmen aktuell der Mehrwertsteuer-Satz in Luxemburg (3%) und nicht der französische (7%) oder deutsche (19%). 
„Wir müssen den unabhängigen Buchhandel verteidigen, der in den Städten wie eine Lunge wirkt. Wir haben ein tolles Handelsnetz in Frankreich, doch das droht von Amazon getötet zu werden“, so die Ministerin.
Wenige Tage nach der Kritik der Ministerin haben sich ihr mehrere Unternehmen der Buchbranche angeschlossen, darunter Chapitre und Virgin Stores.
Dass der Buchhandel bei der französischen Politikerin der Sozialistischen Partei, die zweitweise als Schriftstellerin arbeitete, ein Stein im Brett hat und die Ministerin andererseits keine Freundin von Amazon ist, ist nicht neu. Ende August machte sie sich zur Aufgabe, nach dem Scheitern des E-Commerce-Portals der Buchhändler 1001libraires.com für eine Nachfolgelösung zu sorgen. Außerdem wolle sie die Rentabilität des Buchhandels verbessern, angesichts des wachsenden Drucks durch technologische Evolution und das Aufkommen neuer Akteure in der Branche (mehr zum Thema bei Actualitté.com)
Laut dem französischen Branchendienst Actualitté.com hat Filippetti in der Vergangenheit wiederholt Amazon in den Fokus genommen, jedoch ohne Namen zu nennen. 
Gegen den Steuervorteil von Amazon macht auch die EU-Kommission Front, die ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Luxemburg – und Frankreich – und eingeleitet hat, weil die Länder zum Jahreswechsel ermäßigte Mehrwertsteuersätze für E-Books eingeführt hatten. 

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