Melting Pot Frankfurt

Die Börsenvereins-Mitglieder haben heute (13.10.) auf ihrer außerordentlichen Hauptversammlung im Rahmen der Frankfurter Buchmesse für die Auflösung des Landesverbandes und die Verschmelzung mit dem Frankfurter Bundesverband gestimmt, mit 115 Stimmen bei sechs Gegenstimmen und fünf Enthaltungen.

Zuvor stimmten die Mitglieder des Landesverbands NRW mit 71 Stimmen zu zwei Gegenstimmen bei einer Enthaltung für die Fusion. Damit löst sich der Landesverband NRW auf und verschmilzt mit dem Frankfurter Bundesverband. 

Die Beschlüsse im Einzelnen:

  • Vermögen: Der Landesverband NRW verfügt über ein Barvermögen von ca. 150.000 Euro und einen Vermögensanteil an den Wirtschaftsbetrieben des Börsenvereins. Dieses geht mit dem Beschluss der Mitglieder auf den Bundesverband über, soll aber nur in die NRW-Schaltstelle investiert werden.  
  • Auflösung NRW: Der Landesverband NRW gibt seine rechtliche Eigenständigkeit auf, der Bundesverband wird Rechtsträger.
  • Regionale Schaltstelle: Künftig wird eine Regionaldirektion Sprachrohr für landestypische Bedürfnisse sein. Die Regionaldirektorin Gabriele Schink, zurzeit Geschäftsführerin des Landesverbandes, leitet das Büro Düsseldorf und ist Mitglied der Geschäftsleitung des Börsenvereins. Die heute beschäftigten Mitarbeiter bleiben. Diese Regionalgeschäftsstelle soll mindestens bis zum 31. Dezember 2014 aufrecht erhalten bleiben.
  • Finanzierung: Das Regionalbüro enthält ein Budget vom Bundesverband, die dafür benötigten Beträge werden in NRW erhoben. Der Beitrag der Mitglieder soll um 20% gesenkt werden.

Alle Beschlüsse wurden mit der notwendigen Dreiviertel-Mehrheit beschlossen.

Die Regionalstelle NRW soll nach dem Willen der NRW-Mitglieder wie folgt ausgestaltet werden:

  • Task Forces bzw. Kompetenzteams: Themen, die sich in Regionaltreffen als wichtig für die Mitglieder herauskristallisieren oder die direkt von den Mitgliedern an das Büro in Düsseldorf herangetragen werden, sollen künftig in Arbeitsgruppen geklärt, geordnet, gelöst oder für eine breitere Diskussion aufbereitet werden. Themen von übergreifender Bedeutung können von einem Sprecher der Task-Force gemeinsam mit dem Regionaldirektor in die Gremien des Börsenvereins direkt eingebracht werden.
  • Regionaltreffen: Es sollen künftig 14 Regionaltreffen im Jahr angeboten werden (bisher organisiert der Landesverband 5 bis 6 Treffen pro Jahr), diese sollen zukünftig verstärkt zur Meinungsabfrage bei den Mitgliedern dienen. Veranstaltungen, wie beispielsweise die Azubischifffahrt und Gründerrunden, sollen weiterhin angeboten werden. Zudem sollen mindestens eine eintägige Fachtagung pro Jahr angeboten werde.
  • Einsparungen: Durch diese Schritte sind laut Rechnung des Vorstands Einsparungen in Höhe von mindestens 27% des Budgets des Landesverbands NRW (bzw. 184000 Euro) möglich.
  • Rückfahrkarte: Wenn mindestens 25% der in NRW ansässigen Mitglieder des Börsenvereins schriftlich die Wiedereinführung verlangen, wird innerhalb von drei Monaten eine Regionalversammlung einberufen, die darüber mit einer ¾-Mehrheit abstimmt. In diesem Fall kann der Landesverband NRW wieder neu geschaffen werden.

Ab Januar 2012 werden die Mitglieder in Nordrhein-Westfalen über das  Regionalbüro NRW in Düsseldorf betreut, das künftig direkt beim Börsenverein in Frankfurt angeschlossen ist. Rechtskräftig ist die Verschmelzung rückwirkend zum 1.1.2012, wenn sie im Vereinsregister eingetragen ist. 

„Mit dieser Entscheidung sind wir einem effizienten Verband, der für die vielfältigen Herausforderungen der Zukunft gerüstet ist, einen großen Schritt näher gekommen“, sagte Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder. Stefan Könemann, Vorsitzender des Landesverbands NRW, ergänzt: „Bis zum Verschmelzungsvertrag war es ein langer, nicht immer einfacher Weg. Am Ziel sind wir immer noch nicht, denn jetzt wollen wir unseren selbst gestellten Anforderungen auch gerecht werden. Und das heißt: vor dem Hintergrund der Anforderungen nach Effizienz und Mitgliedernähe die Leistungen und Informationen bieten, die Mitglieder von einem leistungsstarken und mitgliederorientierten Verband erwarten dürfen.“

Um die Entscheidung zu feiern, laden Bundesverband und Landesverband NRW alle Mitglieder unter dem Motto „Mit Pepp in die Zukunft“ am Freitag um 11 Uhr auf der Frankfurter Buchmesse zu einem Empfang auf den Börsenvereins-Stand (Halle 4.0, Stand D1339) ein

Ob das NRW-Modell zum Vorzeigemodell für andere Landesverbände wird, ist fraglich. Die anderen Landesverbände stehen einer Fusion mit dem Bundesverband kritisch gegenüber:

  • Auch im Landesverband Baden-Württemberg stand eine Fusion mit dem Bundesverband zur Diskussion, wurde aber in einer relativ knappen Entscheidung im Mai 2011 von den Mitgliedern abgelehnt. Die bisherigen Strukturen werden mit gleichzeitiger Beitragssenkung beibehalten.
  • Die Mitglieder der Landesverbände Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalz sprachen sich bereits für die Verschmelzung ihrer drei Verbände aus (hier mehr). Am 26. Oktober 2011 treffen sich die Mitglieder des Landesverbands Rheinland-Pfalz in einer außerordentlichen Hauptversammlung, um über die dafür erforderliche Satzungsänderung abzustimmen, anschließend tagen noch die anderen Länder.
  • Im Landesverband Nord steht eine mögliche Fusion mit dem Bund vorerst nicht zu Debatte: „Obwohl die Mitgliederzahlen auch bei uns zurückgehen, befinden wir uns auf der Beitragsseite in einer komfortablen Situation“, erklärte Landesvorstand Michael Hechinger im Gespräch mit buchreport.
  • Das im Oktober 2010 abgegebene gemeinsame Statement für die Erhaltung der föderalen Strukturen zum ausführlichen Statement der Landesverbände haben die Landesfürsten im April 2011 in einem offenen Brief erneut bekräftigt. Ihre Begründung: „Die bisherige Form der Zusammenarbeit der Verbände und der gemeinsamen Interessenvertretung der Mitglieder hat sich in der Vergangenheit bewährt und wir sind dezidiert der Meinung, dass diese Form der dezentralen Organisation bestens geeignet ist, dem Strukturwandel unserer Branche zu begegnen.“

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