E-Bookisierung en bloc

Bei der Retro-Digitalisierung gehen die Verlage mit XL-Backlist unterschiedliche Wege: Während der Wissenschaftsverlag De Gruyter aus älteren Print-Titeln erst auf Nachfrage von Lesern ein E-Book erstellt, will Springer SBM den kompletten Print-Bestand auf einen Schlag für den elektronischen Vertrieb konvertieren.

Dabei sollen möglichst alle Bücher digitalisiert werden, die seit der Verlagsgründung 1842 erschienen sind, meldet der Verlag. Das Online-Bucharchiv werde nach Verlagsschätzungen bis zu 65.000 Titel umfassen, darunter Werke von Albert Einstein, Werner Siemens und Rudolf Diesel. Die Online-Bucharchive sollen auf der verlagseigenen Plattform SpringerLink zu lesen sein, die nach Abschluss der Digitalisierungs-Aktion Ende 2012 mehr als 110.000 Bücher umfassen soll.

Aktuell klärt der Verlag noch Rechte- und Honorarfragen mit den Autoren bzw. Erben.

Weitere Details zum Backlist-Bestand:

  • Etwa 70% der Bücher sind englische Publikationen, fast  30% deutschsprachige Titel.
  • das Gros entfällt auf wissenschaftliche STM-Titel, während 30% Fachliteratur aus dem B2B-Bereich sind.
  • Der Bestand umfasst insgesamt 17 verschiedene Imprints, darunter die deutschen Wirtschaftsbücher von Gabler, der amerikanische Computerbuch-Verlag Ap-ress oder die amerikanische Sachbuchmarke Copernicus.
  • Der größte Anteil des Bucharchivs kommt mit über 20% aus der Medizin.

„Bei Springer wird kein Buch für ewig verschwinden, sondern höchstens der Status ‘vergriffen‘“, kündigt CEO Derk Haank an.

Wettbewerber De Gruyter hatte im März 2010 angekündigt, von jedem der damals rund 60.000 Titel umfassenden Backlist (bis ins Jahr 1749 zurückreichend) auf Wunsch eines Kunden ein E-Book im PDF-Format oder ein gebundenes Buch im Print-on-Demand-Verfahren zu erstellen. Das fertige Produkt solle innerhalb von „maximal 10 Wochen“ nach Eingang der Bestellung ausgeliefert werden.

Der 5000 Mitarbeiter umfassende Medienkonzern Springer SBM mit Niederlassungen in etwa 20 Ländern in Europa, den USA und Asien bringt nach eigenen Angaben im Bereich Science, Technology, Medicine (STM) etwa 2000 Zeitschriften, mehr als 7000 neue Bücher jährlich auf den Markt. Im Jahr 2010 erzielte Springer einen Jahresumsatz von rund 866 Mio. Euro.

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