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Antiquariat
Mittwoch, 09. März 2011 (11:03 Uhr)


Abebooks-Geschäftsführer Ulrich Brand über Perspektiven des ZVAB

„Es gibt noch Wachstumspotenzial“

Nach der Übernahme des ZVAB durch Abebooks befürchten viele Antiquare, dass der Service unter der Amazon-Tochter leiden wird. Ulrich Brand hält im Interview mit buchreport.de dagegen, dass das Angebot vielmehr verbessert werden könne. Der Abebooks-Geschäftsführer hofft auf weiteres Wachstum des Online-Marktes für Gebrauchtbücher.

Wie werden sich Abebooks und das ZVAB durch die Übernahme entwickeln?

Wir sehen die Perspektiven für Abebooks und ZVAB sehr positiv, sie ergänzen sich auf hervorragende Weise. Beide Unternehmen verfügen über langjährige Erfahrung im Online-Buchmarkt, und durch die Zusammenarbeit und den Austausch von Know-How werden wir den Service für unsere Kunden auf Verkäufer- und Käuferseite weiter verbessern können.

Die Resonanz zumindest unter den ZVAB-Antiquaren ist eher kritisch, viele fürchten, der beim ZVAB bessere Service werde unter der Übernahme leiden. Was halten Sie dagegen?

Das ZVAB hat mit seinem Team über viele Jahre eine hervorragende Position aufgebaut, und daran möchten wir gerne anknüpfen. Wie die Zusammenarbeit im Detail aussehen wird, kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, aber wir wollen Funktionalitäten und Serviceleistungen für unsere Kunden gemeinsam verbessern.

Wie wird sich der Markt in den kommenden drei Jahren entwickeln?

Auch für die nächsten Jahre glauben wir, dass es im deutschen und auch den internationalen Märkten – in denen Abebooks bereits sehr gut aufgestellt ist – weiteres Wachstumspotenzial gibt. Wichtig dafür ist ein möglichst breites und qualitativ hochwertiges Angebot. Oberste Priorität muss immer sein, den bestmöglichen Service für unsere Kunden zu bieten, denn nur so können wir langfristig erfolgreich sein.

Die Fragen stellte Daniel Lenz.

Mehr zum Thema lesen Sie im kommenden buchreport.express 10/2011 (Erscheinungstermin: 10.3.).

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Peter Mulzer aus Freiburg

Freitag, 11-03-11 12:14

In jenen Tagen - der angeführte Artikel stammt aus 2007 - hatte sich börsenblatt.net zu einem munteren Diskussionsforum der Antiquare entwickelt, wohl ohne das so geplant zu haben. Die Auseinandersetzungen waren in der Sache *sehr* sinnvoll, und nie sind seither die Kernfragen unseres Gewerbes ähnlich offen diskutiert worden.

In der Form allerdings lief die Auseinandersetzung aus dem Ruder, und von dort datiert wohl die allgemeine - und nur zu berechtigten - Auffassung, die Außenstehende von den Antiquaren haben: Sie seien unendlich zerstritten.

Redakteur Biester hatte damals vielleicht etwas zu behutsam moderiert, energischere Eingriffe genen alle Diskutierenden wären sinnvoll gewesen. Daß die Darstellung des "Literaturcafes" aber denn doch etwas einseitig war, ersieht man daraus, daß ich wenig später in Gnaden wieder in börsenblatt.net schreiben durfte und bis zur allgemeinen Schließung des Kommentateils dort, vor einigen Wochen, viele lange Kommentare schreiben unter voller Namensnennung verfaßt habe.

Das "Literaturcafe" mußte mir in einer ähnlichen Sache drastische Abbitte leisten, ich hatte damals den Eindruck, daß dort zwar hübsch lesbar, aber mit sehr heißer, hastiger Feder geschrieben wurde.

Vor allem aber: Meine werten Mitkollegen sind anders als durch offene, direkte Diskussion zu gar nichts zu bewegen. Wer unser seltsames Gewerbe k e n n t, der weiß das.

 

Christoph Schäfer aus Düsseldorf

Freitag, 11-03-11 10:48

http://www.literaturcafe.de/boersenblattnet-setzt-foren-troll-vor-die-tuer/

Noch Fragen ?

Christoph Schäfer

 

Mulzer Peter aus Freiburg

Donnerstag, 10-03-11 23:10

Mein werter Kollege Schäfer ist allen Antiquaren gut bekannt als selbsternannter Wächter über das, was er unter Antiquariat versteht. Wer damit nicht übereinstimmt, wird von ihm, wie Sie unten lesen können, behende als Forentroll bezeichnet.

Ich verstehe mich als Vertreter der Kollegen, die derzeit A n g s t haben. Beklemmung und Sorge ist die natürliche Reaktion kleiner Unternehmer, die sich unversehens in der Hand eines riesigen Konzerns wissen - der in der Vergangenheit mit seinen Partnern zu Zeiten rüde und rigide umzugehen pflegte. Hat der Neubuchhandel, haben die Verleger aus ihren Erfahrungen mit dem Amazon-Konzern wirklich nichts gelernt?

Es geht mir darum, Thesen aufzustellen, Szenarien durchzuspielen und jenen Antiquaren Feuer unter dem Schreibtischstuhl zu machen, die da glauben, Weltkonzerne seien Schmusekatzen und Plüschtiere.

Die deutschen Antiquare sind Amazon nun ausgeliefert. Das ist gefährlich und bedrückend, es muß sehr wohl diskutiert werden.

Freundlich Ihr
Peter Mulzer

Da ich von Herrn Schäfer in meiner Arbeit angegriffen worden bin, darf ich ausnahmsweise die URL der Quelle anführen, damit Sie sich selbst ein Urteil bilden können, ob er mich zurecht tadelt:
http://antiquariatszeitung.blogspot.com/

 

Christoph Schäfer aus Düsseldorf

Donnerstag, 10-03-11 16:31

Dies ist nun allerdings die sattsam bekannte Leier eines berüchtigten Forentrolls und branchenfremde Leser sollten sich hüten, seine Aussagen für bare Münze zu nehmen.
Er spricht in keinster Weise für "die" Antiquare, sondern nur für sich selbst und Amazon ist auch nicht gleich Antiquariat, sondern gleich Großkaufhaus mit Buchabteilung und Ramschtisch, Antiquariat ist etwas völlig anderes.
Im Übrigen, wenn man(n) ihn (auch) hier (wieder) gewähren läßt, schreibt er in Kürze allein die Kommentare und prägt somit ein Bild der Antiquare, das der Wirklichkeit nicht entspricht.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Schäfer
(Heinrich Heine Antiquariat in Düsseldorf)

 

Peter Mulzer aus Freiburg

Mittwoch, 09-03-11 14:41

Es gibt natürlich mehrere Vorstellungen davon, wie sich der Kauf des ZVAB durch Amazon auswirken wird. Einige der düstersten Erwartungen habe ich in meinem Blog dargestellt. Wir müssen uns schon fragen, wie *Amazons* Konzernpolitik hier aussehen wird. Auch Abebooks hat kein ewiges Leben, es könnte seinerseits in die Riesenmaschine des Mutterkonzerns eingebaut werden. Insoweit sind die Auskünfte von Abebooks Deutschland-Chef höchst unverbindlich.

Ich mag Abebooks nicht zu nahetreten, gebe aber die Meinung der überwältigenden Mehrheit der Antiquare wieder, wenn ich feststelle, dass seine Struktur von den einliefernden Händlern aus gesehen als kompliziert und gängelnd empfunden wird - ganz im Unterschied zum ZVAB. Überdies gilt Abebooks als "teuer" in den Gebühren. Kaum ein Kollege wird deshalb, trotz guter Abverkaufsquoten bei Abebooks, den ZVAB-Kauf frohen Herzens begrüßen. Was mir im Interview fehlt, ist das Denken von AMAZON her. Der ZVAB-Käufer ist aber Amazon.

Wenn wir von diesem Riesenportal für *neue* Bücher her überlegen, was nun die Strategie sein könnte, mittels des ZVAB-Kaufs, im Neubuchbereich, dann kann man als Neubuchhändler schon Angst bekommen, Stichwort "Imagetransfer". Mittelfristig scheint Amazon die kulturellen Image-Werte des deutschen Antiquariats adoptieren zu wollen. "Das deutsche Antiquariat i s t Amazon".

 
 

 
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