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Schmalspuriges Sortiment

Nachdem die Borders Group das zweite Quartal im Geschäftsjahr 2010/11 (31. Juli) mit einem Umsatzminus von 11,5% auf 526,1 Mio Dollar (ca. 408 Mio Euro) abgeschlossen hat und zur Jahreshälfte mittlerweile sogar um 13,8%
gegenüber 2009 in Rückstand ist, nehmen Chairman Bennett LeBow und CEO Mike Edwards einen neuerlichen Anlauf, um den zweitgrößten amerikanischen Buchhändler wieder in die Erfolgsspur zu bringen.

Alles steht auf dem Prüfstand. Allen voran das Filialnetz mit den 686 Borders-Superstores. Massenschließungen hat das Führungsduo ausgeschlossen, aber gleichzeitig keinen Zweifel daran gelassen, dass es Bereinigung in der Fläche geben wird. Die ersten sieben unrentablen Filialen stehen vor dem Aus, sobald die Mietverträge enden.

Umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen in den Läden verbieten sich aus Kostengründen. Stattdessen soll es eine Reihe leicht umzusetzender kosmetischer Maßnahmen geben, die von einer besseren Beschilderung bis hin zur großzügigeren Präsentation in den einzelnen Abteilungen reichen.

An Details wird derzeit im Hauptquartier in Ann Arbor noch gearbeitet, aber die Kernpunkte des neuen Ladenkonzepts stehen. Sie sollen sukzessive bis Anfang 2011 umgesetzt werden:

  • Das Buchsortiment wird in einem nicht näher bezifferten Umfang zurückgefahren. Weil sich Borders noch mehr als bisher auf Spitzentitel konzentrieren will, ergibt sich daraus in der Konsequenz, dass die ohnehin schon knappe Präsenz von Midlist-Titeln noch weiter ausgedünnt wird und Kleinverlage ebenfalls zunehmend ausgemustert werden.
  • Die Präsentation an preiswerten Sonderangeboten und Modernem Antiquariat wird flächig ausgebaut.
  • Spätestens bis Ende Oktober wird in allen Filialen eine großzügige „Digital Section“ eingerichtet, in der sechs von Borders angebotene E-Lesegeräte, darunter der gemeinsam mit dem kanadischen Großbuchhändler Indigo Books & Music entwickelte Kobo-Reader, zusammen mit anderen elektronischen Geräten prominent präsentiert werden.
  • Das Nonbook-Sortiment wird rund um die Schwerpunkte Schreibwaren, Spiele, pädagogisches Spielzeug und Puzzles kräftig erweitert.

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