Mit Erscheinen vergriffen

Jetzt ist sie also da: Am 8. Januar, wenige Tage nach dem Ablauf des Urheberrechts, ist unter großem öffentlichen Interesse die kritische Ausgabe von Adolf Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“ erschienen – und war wegen der kleinen Startauflage sofort vergriffen.

„Jeder, der dieses Buch haben möchte, wird es bekommen“, betont Simone Paulmichl, Sprecherin des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) München, das die Ausgabe herausgibt. Die Lieferengpässe sind der kleinen Startauflage von 4000 Exemplaren geschuldet und diese war durchaus beabsichtigt: Der Titel erscheint im Eigenverlag, weil damit keine kommerziellen Interessen verbunden sein sollen. Um kostendeckend zu arbeiten, habe man die Drucktranchen „vorsichtig kalkulieren“ müssen. Je nach Bedarf werde aber schnell und sukzessive nachgedruckt. Anders als bei Amazon ausgewiesen, handelt es sich nicht um eine limitierte Auflage.

Die nächste Tranche wurde bereits vor dem Erscheinungstag am 8. Januar in Auftrag gegeben. Am Erscheinungstag selbst lag die Zahl der Vorbestellungen von „Hitler, Mein Kampf – Eine kritische Edition“ (2 Bände, 1948 Seiten, 59 Euro) bei 15.000 Exemplaren. Die nächsten Bücher sollen Anfang kommender Woche ausgeliefert werden.

„Ein Bestseller im klassischen Sinn wird diese Edition wohl kaum werden“, hatte Christian Hartmann, zuständiger Projektleiter beim IfZ, im Sommer gegenüber buchreport gesagt (der komplette Artikel mit Hintergründen zur kritischen Ausgabe und zur rechtlichen Lage steht im buchreport.magazin 7–8/2015, hier zu bestellen). Die wissenschaftliche Ausgabe leiste mit ihren über 3500 Anmerkungen einen Beitrag zur politisch-historischen Aufklärung: Ziel sei es, „der nach wie vor wirksamen Symbolkraft des Buches den Boden zu entziehen“.

Dass dies keine Edition wie andere ist, zeigt auch das große Medieninteresse deutlich: Weltweit hat sich eine rege Diskussion um die erste deutsche Neuauflage von „Mein Kampf“ seit 70 Jahren entsponnen. In Deutschland haben sich u.a. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) und der Verband Bildung und Erziehung für eine Verwendung im Schulunterricht ausgesprochen.

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