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Kaum Kratzer durch die Krise

Keine Preisbindung, saisonal getaktet, eine Vielzahl von Titeln, die oft austauschbar anmuten: Das Kalendergeschäft hat Besonderheiten, die jeder Buchhändler kennt. Eine aktuelle kommt hinzu. Die gesamtwirtschaftliche Schlechtwetterlage hat sich bislang kaum auf die Warengruppe ausgewirkt. Kalender sind (noch) krisenresistent. Ein zentrales Ergebnis der Recherchen für das buchreport-spezial „Kalender“ (hier das Inhaltsverzeichnis), das am vergangenen Freitag zusammen mit der Juni-Ausgabe von buchreport.magazin erschienen ist.

Wankendes Warenhaus, standfester Buchhandel

In die Saison 2010 sind die Verlage auf der Grundlage  folgender Erkenntnisse aus dem Geschäft mit den Kalendern des Jahrgangs 2009 gestartet:

  • Die für Kalenderverlage wichtige Vertriebsschiene Kauf- und Warenhaus hat Einbrüche erlebt. Neben der  Warenhauskrise machten sich auch die Hertie-Insolvenz sowie die Umstrukturierungen im Karstadt-Buchbereich bemerkbar.
  • Die Saisonrechnung für den Kalenderjahrgang 2009 von April 2008 bis zu den Restverkäufen in den ersten zwei Monaten des Jahres attestiert dem Vertriebskanal stationäres Sortiment ein Plus von 3% (Basis: buchreport-Umsatztrend).
  • Der Traum vom Ganzjahresgeschäft ist aber noch weit von der Wirklichkeit entfernt: Insgesamt 79% des Kalenderumsatzes wurden auch in der vergangenen Saison im vierten Quartal erwirtschaftet, 93% entfielen auf die sechs Monate von August bis Januar.

Bei der Einschätzung der angelaufenen Saison 2010 überwiegt in den Verlagen, bei Filialisten und im Zwischenbuchhandel Optimismus.

  • „Das Premiumsegment entwickelt sich bis jetzt auch in diesem Jahr stabil bis leicht steigend“, erklärt Nicole Roussey, Verlagsleiterin bei Ackermann.
  • Auch im Kölner DuMont-Kalenderverlag liegen die Vormerkungen laut Geschäftsführerin Anette Philippen auf Höhe des Vorjahres.
  • „Wir orientieren uns beim Ordern an den Verkaufszahlen des Vorjahres, unabhängig vom Preis“, meldet Umbreit-Einkaufsleiterin Heidrun Leiß-Schott.
  • „Da der Kalender als Kundengeschenk vielfach dem Rotstift zum Opfer gefallen ist, können wir uns sogar Umsatzsteigerungen vorstellen“, sagt Stephanie Lange, Vertriebsleitung Hugendubel.

Tabelle der Kalender-Bestseller 2008

aus: buchreport.express 22/2009

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