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Franziska Gänsler über »Ewig Sommer«

Franziska Gänsler, geboren 1987 in Augsburg, hat in Berlin, Wien und Augsburg Kunst und Anglistik studiert. 2020 stand sie auf der Shortlist des Blogbuster-Preises und war Finalistin des 28. Open Mike. „Ewig Sommer“ (Kein & Aber) ist ihr Debütroman. Sie lebt in Wien. (Foto: Linda Rosa Saal)

In den aktuellen Herbstprogrammen der Verlage finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autorinnen und Autoren. buchreport stellt 11 dieser Newcomer in Steckbriefen vor. Heute: Franziska Gänsler.

Mein Roman in drei Sätzen

In Bad Heim, einem ehemaligen Kurort, der jetzt in einem Waldbrandgebiet liegt, betreibt Iris ein vereinsamtes Hotel. Dori, eine junge Mutter, quartiert sich mit ihrer Tochter dort ein. Iris und Dori kommen sich näher, geben sich gegenseitig Halt in der zunehmend gefährlichen Situation, bis die Feuer über den Fluss kommen und Doris Ehemann beginnt, nach seiner Frau und Tochter zu suchen.

Mein Weg zu Kein & Aber

Meine Agentur hat das Manuskript verschiedenen Verlagen geschickt und dann mehrere Angebote dafür bekommen. Bei Kein & Aber hat für mich alles gepasst.

Das Verdienst meines Lektors

Mein Lektor, Patrick Sielemann, hat mir geholfen, die Beziehungen zwischen den Protagonistinnen noch klarer herauszuarbeiten und dadurch präziser zu zeigen, welche emotionale Fallhöhe für die einzelnen Personen besteht. (Ich hoffe, das ist uns gelungen.)

Mein Eindruck von Literaturbetrieb und Buchbranche

Es ist schwer da reinzukommen und es braucht als Autor:in viele Ressourcen wie Zeit / andere Einkommen / unterstützende Menschen.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Ocelot in Berlin und Shakespeare & Company in Wien

Meine Lieblingsautoren

Zuletzt richtig begeistert war ich von Deborah Levy. Ansonsten z.B. Lucia Berlin, Sophie Robinson oder Patricia Highsmith.

So lese ich

Bei mir liegen viele angefangene Bücher rum, weil ich recht radikal abbreche, wenn ich nicht reinkomme. Aber wenn ein Buch mich mal hat, dann bleibe ich oft erstmal bei einer Person und lese, was die noch so geschrieben hat.

Schreiben ist für mich

… etwas, das mir fehlt, wenn ich es nicht mache.

Wenn ich nicht gerade schreibe

… liegt es meist daran, dass ich anderweitig Einkommen generieren muss. Teils entwickeln sich Texte in der Zeit aber trotzdem weiter, Dinge klären sich, oder mir fällt irgendwas ein. Ich will das nicht romantisieren, aber tatsächlich helfen mir meine anderen Beschäftigungen manchmal beim Schreiben.

Debüts im Herbst – im buchreport.magazin 7-8/2022

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

Bei Kein & Aber suchen wir Stimmen, die etwas zu erzählen haben. Die in den Bann zu ziehen, die einen packen und nicht mehr loslassen. Die in eine andere Welt entführen oder die dir deine Welt aus einer neuen Perspektive zeigen. Warum wir „Ewig Sommer“ ins Programm genommen haben? Weil der Roman all das tut, vielleicht sogar übertrifft. Franziska Gänsler schreibt mit einer ungeheuren sprachlichen Kraft über die Klimakatastrophe, über toxische Beziehungen, über Mutterschaft und den Zusammenhalt von Frauen – und erzeugt gleich von der ersten Seite an so viel Spannung, dass man das Buch nur so verschlingt. Wir brennen für dieses Debüt und für alles, was von dieser Autorin noch kommen mag!

Patrick Sielemann, Lektor

Kommentare

1 Kommentar zu "Franziska Gänsler über »Ewig Sommer«"

  1. Dressel, Dieter | 3. August 2022 um 17:09 | Antworten

    Sehr geehrte Frau Gänsler,

    ich habe Ihren Roman „Ewigsommer“ bis zum Ende gelesen. Es war diese Grundspannung vorhanden, die mich erwartungsvoll weiter hat lesen lassen. In Er wartung einer Entwicklung – oder besser mehrerer Entwicklungen.
    Ein gutes Buch ist, wenn die oder der Charakter sich entwickelt. Bei Ihnen leider Fehlanzeige: Die Wirtin fällt zurück in ihre Einsamkeit, die Aktivistinnen werden von den Eltern (wahrscheinlich im SUV) abgeholt und die Mutter bricht total ein und resigniert vor ihrer eigenen, vermeintlichen Unfähigkeit…
    Das ist schade. SchreibenSie bitte den Schluß um, lassen Sie das Hotel zum Kernstützpunkt der Klimaaktivisten werden, mit Baby als Herbergsmutter, lasssen Sie die Mutter selbständig und selbsbewußt werden, ihrem Mann trotzen und in der Gegend etwas touristisches mit ihren Schauspielkünsten anstellen – sorgen Sie bitte für einen hoffnungsvollen Schluß und ändern Sie diesen „es hat doch alles keinen Sinn, wir knicken ein und geben in allen Belangen auf“- Schluß.
    Über 200 Seiten lang habe ich auf diese Hoffnung, dieses Gute, das auch wir tun können, weil wir es tun müssen, gewartet.
    Bitte schicken Sie mir einen anderen Schluß!

    Hochachtungsvoll und mit freundlichen Grüßen
    Dieter Dressel

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