Das physische Erlebnis bleibt unverzichtbar

Roberto Rivellino (Foto: Feltrinelli) ist seit Ende 2014 als Generaldirektor von Feltrinelli sowohl für das Verlagsgeschäft als auch für die Buchhandelsaktivitäten des Mailänder Familienunternehmens verantwortlich.

Im Gleichschritt mit der schwächelnden italienischen Konjunktur haben Feltrinellis Buchhandlungen fast 5% weniger umgesetzt. Wie gehen Sie damit um?

Mehrspurig. Natürlich haben wir die Zahlen noch sorgfältiger als sonst im Auge und überprüfen das Kostenmanagement sehr intensiv. Gleichzeitig arbeiten wir aber auch an unserer fachlichen Kompetenz, denn gute Buchhändler lernen nie aus. Schließlich bemühen wir uns, Formate und Zielgruppenansprache zu optimieren. Was dazu führt, dass es in einigen Buchhandlungen z.?B. auch gute Gastronomie gibt. Die Zahlen müssen stimmen, aber unsere Identität darf dabei nicht verloren gehen.

In Mailand üben Sie den Schulterschluss mit Nobelmarken. Hätten Sie die 1 Mio Euro für Lichteffekte und Spiegel nicht besser in die Ladenkette investiert?

Prada, Versace und Feltrinelli gehören in der Galleria zu den wichtigsten Handelsmarken. Geld, das wir hier investieren, ist gut angelegt. Werbung in eigener Sache sozusagen, denn wir treten immerhin auf 2500 qm an. Die drei Unternehmen haben viele Berührungspunkte. Im Rahmen der Modernisierung haben wir Standorte getauscht, viel geredet und irgendwann beschlossen, dass wir unseren Beitrag leisten wollen, um die Galleria und damit auch uns buchstäblich ins rechte Licht zu rücken.

Provokativ gefragt, brauchen Konsumenten im digitalen Zeitalter überhaupt noch stationäre Buchhandlungen?

Leser brauchen Bücher, heute womöglich mehr noch als früher. Nicht jedes Buch muss unbedingt auch gedruckt vorliegen, das gilt besonders für wissenschaftliche Texte. Aber wenn Sie unter Lesen die mentale, ästhetische und haptische Erfahrung verstehen, dann bleibt das Buch als physisches Erlebnis unverzichtbar. Wir verkaufen auch E-Reader und E-Books; jedes Format hat heute seinen Platz.

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