Cho Nam-joo schreibt für Frauen

Anlass zur Debatte: „Kim Jiyoung, Born 1982“ ist der dritte Roman der südkoreanischen Autorin Cho Nam-joo. Die ehemalige Drehbuchschreiberin hat mit dem Buch einen Nerv getroffen und in ihrer Heimat eine öffentliche Debatte über Geschlechter-Ungleichheit und Diskriminierung ausgelöst. Sie selbst sagt über ihr Buch: „Es ist fortschrittlicher und mutiger als ich.“ (Foto: Jun Lee Photos)

Ein bereits vor vier Jahren im südkoreanischen Original erschienener Roman setzt jetzt zum Landeanflug auf die internationalen Bestsellerlisten an. Nach asiatischen Ländern wie China, Japan und Taiwan wurden Übersetzungsrechte inzwischen auch nach Großbritannien und die USA verkauft. Im Königreich hat sich „Kim Jiyoung, Born 1982“ (Scribner) von Cho Nam-joo in dieser Woche im Ranking von Platz 12 auf 8 vorgearbeitet. Auch in den USA steht das Buch vor dem Sprung in die Bestsellerliste, nachdem Kritiker voll des Lobes waren.

Cho Nam-joo hat in den letzten vier Jahren in Südkorea eine ebenso steile wie unerwartete Karriere als Bestsellerautorin hingelegt. Mehr als 1 Mio Exemplare ihres Romans wurden inzwischen verkauft, zusätzlich ange­kurbelt durch die Verfilmung, die im vergangenen Jahr die Südkoreaner in Scharen in die Kinos lockte.

Die anhaltende Popularität hat auch damit zu tun, dass die 41-jährige Autorin in eine Vorreiterrolle für die wachsende Me-too-Bewegung der Frauen im ostasiatischen Raum hineingewachsen ist. Das Thema ihres Romans, dem unzählige Interviews mit Frauen jeden Alters vorausgegangen waren, ist ein Spiegelbild der von Sexismus geprägten koreanischen Gesellschaft, in der Jungen wichtiger als Mädchen, Männer wichtiger als Frauen sind.

Im Mittelpunkt der Handlung steht eine junge Frau, deren Leben Nam-joo von der Kindheit bis hin zur Mutterschaft unter dem Aspekt der systematischen sexuellen Diskriminierung aufblättert. Sie weiß, wovon sie redet: Ihr Vater und ihr Onkel, der nach fünf Töchtern unbedingt einen Sohn wollte, hatten vor ihrer Geburt vereinbart, dass der Onkel sie an Kindes statt angenommen hätte, wäre sie als Junge zur Welt gekommen.

Hier geht es zu den Internationalen Bestsellerlisten Großbritannien und USA.

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