Barbara Zeman über »Immerjahn«

In den aktuellen Frühjahrsprogrammen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autoren. buchreport stellt 13 dieser Nachwuchsschriftstellerinnen und -schriftsteller in Steckbriefen vor. Heute: Barbara Zeman, die im Februar ihren Erstling „Immerjahn“ bei Hoffmann und Campe herausgebracht hat.

Barbara Zeman, geboren 1981 im Burgenland, lebt seit 18 Jahren in Wien, wo sie Geschichte studierte und als Journalistin für den „Falter“, „The Gap“ und „Die Presse“ schrieb. Für ihre Kurzgeschichten wurde sie mehrfach mit Aufenthalts- und Arbeitsstipendien ausgezeichnet, 2012 gewann sie den Wartholzpreis. „Immerjahn“ ist ihr erster Roman. (Foto: Christoph Oeschger)

Mein Roman in drei Sätzen

Besser als Fritz Ostermayer (vom Radiosender FM4 und der Wiener Schule für Dichtung) kann man es nicht zusammenfassen: Ein Milliardär mit dem Namen Gotthold Immerjahn, der mehr Kunstschätze als der Vatikan und sämtliche Oligarchen zusammen angehäuft hat, beschließt in einem Anfall humanistischer Sentimentalität, seine Monstersammlung der Öffentlichkeit zugänglich, zu einem Museum zu machen. Doch nicht nur die Planung des Projekts läuft aus dem Ruder, Immerjahn zerrinnt bei der Umsetzung auch gleich sein ganzes Leben in Zweifel und Melancholie.

Mein Weg zu Hoffmann und Campe

Manuskript abschicken. Warten. Warten. Hinhalten, Absage. Warten, vertrösten, warten, hinauszögern, Absage. Agent finden, warten. Warten. Warten. Und dann plötzlich: Euphorie.

Das Verdienst meiner Lektorin

Ich leiste mir glamouröserweise gleich zwei Lektorinnen. 1. Angelika Klammer: graben. 2. Maria Ebner: polieren.

Mein Eindruck vom Literaturbetrieb

Es scheint sich um einen Haufen freundlicher Personen zu handeln, kann natürlich auch sein, dass ich mich täusche.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Die Wiener Buchhandlungen Lechenfeld und Eckart.

Meine Lieblingsautoren

Stendhal, Christine Lavant.

So lese ich

Kaffeehaus, Sofa, Bett.

Schreiben ist für mich

Mein Leben. (Es ist leider nicht möglich, es ein bisschen weniger pathetisch zu formulieren).

Wenn ich nicht gerade schreibe

Schlittschuhlaufen, Küssen.

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

Weil der Roman einen Spagat schafft, mit dem er sensationell aus der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur herausragt: In einer manieristischen, fast barocken Sprache, die wie aus der Zeit gefallen scheint, erzählt „Immerjahn“ die zutiefst zeitgenössische Geschichte von der Versehrtheit des reichen weißen Mannes und ist dabei umwerfend komisch.

Maria Ebner, Lektorin

Debütanten im Frühjahr 2019

– im buchreport.magazin 3/2019

 

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