buchreport

Aufmarsch der Tüten-Träger

Während sich viele deutsche Buchhändler mit der Branchenkampagne „Vorsicht Buch!“ immer noch schwertun (buchreport berichtete), wächst in Großbritannien die Vorfreude auf „Books Are My Bag“. Am Samstag, 14. September, fällt auf der Insel der Startschuss für die große Marketingkampagne (nach Angaben der Initiatoren die größte überhaupt), die die ganze Buchbranche näher zusammenrücken lässt.

Ob Leinentaschen mit dem orangefarbenen Aufdruck „Books Are My Bag“ als Werbeträger unbedingt der letzte Schrei sind, sei dahingestellt, aber dem britischen Buchhändler gefällt das vergleichsweise schlichte Konzept:

  • 1085 Buchhandlungen werden an der Kampagne teilnehmen.
  • Sie haben laut Booksellers Association (BA) im ersten Schritt 267.000 Taschen bestellt und täglich gehen weitere Aufträge ein.
  • Darin nicht enthalten sind die 75 mit Werbematerial für den POS gefüllten Taschen, die pro Shop zusätzlich kostenlos ausgegeben werden.
Nicht nur die britischen Indie-Sortimenter machen auf breiter Front mit, auch die Buchfilialisten Waterstones, Blackwells und John Smith, eine Reihe buchaffiner Läden von WH Smith und der irische Medienhändler Eason sind im Boot. Waterstones-Geschäftsführer James Daunt: „Alles, was gedruckte Bücher in der High Street ins Gespräch bringt, hat Unterstützung verdient.“

Zu den Unterstützern der Kampagne gehören das Ex-Model (und heutige Autorin) Katie Price, Autoren wie Neil Gaiman, Sebastian Faulks und Jojo Moyes sowie Star-Koch Jamie Oliver.

Die Köpfe hinter der Kampagne sind die ehemalige BA-Präsidentin Jane Streeter und Gail Rebuck (Penguin Random House). Die bestens vernetzte Powerfrau der britischen Buchbranche war es, die über ihre Connections zu Maurice Saatchi dessen renommierte Werbeagentur M & C Saatchi dazu gebracht hat, den Auftritt zum Nulltarif zu inszenieren. 

Die Kampagnen-Macher verweisen auf das chronische Buchhandelssterben in Großbritannien, ein Drittel der Geschäfte sei in den vergangenen zehn Jahren von der Bildfläche verschwunden, durchschnittlich schließe eine Buchhandlung pro Woche – obwohl 88% der Buch-Käufer darüber besorgt seien. 

Kommentare

1 Kommentar zu "Aufmarsch der Tüten-Träger"

  1. Alexandra Brune-Will, JUNIMOND | 10. September 2013 um 22:06 | Antworten

    Definitiv wären die vergleichsweise schlichten Leinentaschen mir wesentlich lieber als das schrille Design der deutschen Kampagne. Wir finden es gut, daß es eine Kampagne gibt, aber das Erscheinungsbild hat nichts mit uns, bzw. unserer Kundschaft zu tun

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Mit dem Abschicken des Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten elektronisch gespeichert werden. Diese Einverständniserklärung können Sie jederzeit gegenüber der Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutz-Richtlinien

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Dossier

Aktuelles aus dem Handel

  • Daniela Koch empfiehlt »Die Erfindung des Ungehorsams«  …mehr
  • Peter Peterknecht: Profilieren in der Pandemie  …mehr
  • Minijobber haben keinen Lohnanspruch bei Corona-Lockdown  …mehr
  • Schweizer Filialist Orell Füssli expandiert  …mehr

  • SPIEGEL-Bestseller im Blick

    Der SPIEGEL-Bestseller-Newsletter gibt Ihnen jede Woche kostenlos einen Überblick zu den Aufsteigern der neuen SPIEGEL-Bestsellerlisten.

    » Melden Sie sich hier kostenlos an.

    Wollen Sie sich darüber hinaus schon vorab und detailliert über die Toptitel von morgen informieren, um frühzeitig disponieren zu können?

    » Bestellen Sie das SPIEGEL Bestseller-Barometer ab 8 Euro pro Monat.

    Wenn Sie die SPIEGEL-Bestesellerlisten z.B. in Ihren Geschäftsräumen präsentieren wollen oder online in Ihren Web-Auftritt integrieren möchten, hat buchreport weitere Angebote für Sie.

    » Weitere Angebote zu den SPIEGEL-Bestsellerlisten