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Studie zum Einkommen: Blaues Auge für Autoren

Das Einkommen von Autorinnen und Autoren in Deutschland hat sich 2020 nur leicht nach unten bewegt. Deutlich stärker betroffen waren etwa Musiker und Schauspieler. Das zeigt eine Studie der World Intellectual Property Organization (WIPO). Untersucht wurden Daten von 190.000 Künstlern in der Künstlersozialkasse von 2017 bis 2020. Zentrale Erkenntnisse:

  • Darstellende Künstler hatten einen durchschnittlichen Einkommensverlust von 1998 Euro, bei Musikern lag dieser bei 1485 Euro, 1390 Euro weniger haben bildende Künstler verdient und 280 Euro waren es weniger für Autoren, darunter fallen auch Journalisten. Auch wenn die Einbußen überschaubar scheinen, sind sie angesichts der Durchschnittseinkommen 2019 erheblich: Dort kamen Schriftsteller auf 18.900 Euro, bildende Künstler auf 15.300 Euro, Musiker erzielten 12.300 und darstellende Künstler 14.400 Euro.
  • Interessanterweise konnten Autorinnen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen sogar Einkommenszuwächse gegenüber 2019 verzeichnen. Flexiblere Arbeitsmodelle könnten dafür verantwortlich gewesen sein, so die Autoren der Studie. Im Großen und Ganzen hätten die Veränderungen aber nur geringe Auswirkungen auf das bestehende Lohngefälle aus der Zeit vor der Krise, das signifikant und negativ für Frauen ausfällt.
  • Die Einkommen von Autoren zum Karrierestart haben sich besser ent­wickelt als die etablierter Autoren. Dies könne an einem höheren Digitalisierungsgrad liegen, bedürfe jedoch weiterer Untersuchungen.
  • Künstler in urbanen Gegenden verdienen generell mehr als die im länd­lichen Raum. Darauf hatte die Pandemie keine Auswirkungen.

Umfrage des Verbands Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller zur Arbeitsrealität von Autoren

Der Verband Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller erfasst in einer aktuellen Umfrage die unterschiedlichen Arbeitsrea­litäten von Künstlerinnen und Künstlern, um die Erkenntnisse im Wahljahr in die politische Arbeit von Ver.di einfließen zu lassen. Dazu gehören die Arbeitsverhältnisse und Einkommenshöhen, die Rolle von Tarifverträgen und Mindesthonoraren. Neben wirtschaftlichen Aspekten werden auch politische, gesellschaftliche und gewerkschaft­liche Lösungsansätze abgefragt, die auf die Verbesserung der Lage zielen sollen.

Die Umfrage wird vom Forschungsinstitut Mauss Research im Auftrag von Ver.di durchgeführt. Angesprochen sind Angehörige der Branchen Literatur, Musik, Theater und Kunst.

> https://kultur.verdi-umfrage.de/

Verband Deutscher Schiftsteller fordert Stärkung der Rechte von Literatinnen und Literaten

 

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