Aufs falsche Pferd gesetzt

Haben sich Regionalzeitungen verspekuliert und den falschen Digitalweg eingeschlagen? Ja, meint Journalismus-Professorin Iris Chyi (University of Texas), die die Reichweiten-Entwicklung von 51 US-amerikanischen Regionalzeitungen untersucht hat. Ihr Befund:

  • Die Reichweite der Printausgaben ist zwischen 2007 und 2015 von 42,7 auf 28,8% gefallen.
  • Die Reichweite der Internetauftritte hat parallel stagniert; sie hat im selben Zeitraum gerade mal von 9,8 auf 10% zugelegt.

Die verbreitete Annahme, dass Leser sich zwar von den Printausgaben abwenden, dafür aber als Digitalkunden gewonnen werden können, sei falsch; die Leser wanderten zu großen News-Aggregatoren und Social Media-Plattformen ab, schlussfolgert Iris Chyi, die eine aktualisierte und erweiterte Version ihrer Studie (mit Reaktionen aus der europäischen und asiatischen Branche) im Report „Print-Online Performance Gap“ des Weltzeitungsverbandes Wan-Ifra und des Fachmagazins „4c“ veröffentlicht hat.

Infolge dieser Fehleinschätzung sei das wichtigste Standbein – die von den Lesern weiter oft mehrheitlich bevorzugte Printausgabe – sträflich vernachlässigt worden, ohne gleichzeitig konkurrenzfähige Online-Angebote zu schaffen. Gründe hierfür seien fehlende Digitalkompetenz, schwache Online-Auftritte und die Marktmacht (inter)nationaler Schwergewichte.

Auch in Deutschland bevorzugen die Leser weiter Print. Zwei Drittel der aktuell vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger gelisteten 361 Zeitungen bieten E-Paper an, deren Verkaufszahlen zwar steigen (s. Grafik), aber bei Weitem nicht an die Printverkäufe heranreichen, die trotz Verlusten auf eine Gesamtauflage von 18,9 Mio kommen.

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