Wenn Verlage zu Selfpublishing-Anbietern werden

Die Flut unverlangt eingesandter Manuskripte kanalisieren – und auch noch monetarisieren? Mit diesem Versprechen treten Bookwire und Tredition an. Die Verlagskunden des Frankfurter Digitaldienstleisters können die White-Label-Technologie des Selfpublishing-Anbieters nutzen.

Seit 2008 bietet Tredition „publish-Books“ an, Unternehmen wie die Kamphausen Mediengruppe (tao.de) und das „Hamburger Abendblatt“ (www.norddeutschereihe.de) nutzen die Webtechnologie, um mit eigener Marke und eigenen Konditionen Selfpublishing-Angebote zu steuern. Mit Bookwire erhalten die (nach eigenen Angaben) 1000 Verlagskunden Zugriff auf „publish-Books“. Tredition übernimmt dabei neben dem Betrieb der Selfpublishing-Plattform den Vertrieb der gedruckten Bücher, Bookwire die weltweite E-Book-Distribution.

„Anstatt einer Absage auf eingereichte Manuskripte, können Verlage interessierte Autoren auf ihr eigenes Selfpublishing-Portal verweisen. So können Verlage talentierte Autoren schneller entdecken und eine zusätzliche Einnahmequelle neben dem klassischen Verlagsbereich erschließen“, wirbt Tredition-Chef Sönke Schulz. Bookwire-Geschäftsführer John Ruhrmann verweist auf das geringe Risiko und den kleinen Aufwand, mit dem besonders kleine und mittlere Verlage in den Selfpublishing-Markt einsteigen können.

In den vergangenen Jahren haben Selfpublishing-Dienstleister ihr Angebot jenseits ihrer Kernmarken stark diversifiziert. So versorgt der niederländische Dienstleister Mybestseller besonders den Buchhandel (u.a. Osiander, Heymann, Mayersche) mit seinen Bookmundo-White-Label-Shops; Marktführer BoD profiliert sich neuerdings mit der Marke Publiqation verstärkt als Dienstleister für die Wissenschaft; Readbox ist mit der Übernahme des Akademie-Geschäfts von Monsenstein und Vannerdat erst zum Selfpublishing-Anbieter geworden und hat ebenfalls wissenschaftliche Publikationsdienstleistungen im Angebot („Readbox Uni-Press“).

Auch die großen Verlage betreiben längst eigene Selfpublishing-Angebote, Holtzbrinck seit einigen Jahren mit den Töchtern Epubli und Neobooks, Random House seit 2015 mit Twentysix. 

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