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Das Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2017 Litauen gibt einen Ausblick aufs Programm

Das Lithuanian Culture Institute hat heute am Stand des Litauischen Verlegerverbandes erste Ausblicke auf das Programm „Litauen – Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2017“ gegeben.

Litauen möchte sich in Leipzig mit Blick auf sein 100-jähriges Jubiläum (1918 wurde der litauische Staat gegründet) und als integrativer Bestandteil Europas präsentieren. „Im Zentrum unserer Ländervorstellung in Leipzig stehen das heutige Litauen und seine Spiegelung in der Literatur. Dabei geht es um unsere Identität in Europa und die damit verbundenen geopolitischen, wirtschaftlichen und kulturellen Herausforderungen. Vor allem aber um die Frage nach der Entwicklung unserer Zivilgesellschaft und die aktuelle Beziehung zwischen den Gesellschaften unserer beiden Staaten“, sagte Laimonas Ubavičius, Staatssekretär im Kultusministerium der Republik Litauen. Aušrinė Žilinskienė, Direktorin des Lithuanian Culture Institute, hob hervor: „Zur Leipziger Buchmesse 2017 werden 25 Neuerscheinungen litauischer Autorinnen und Autoren ins Deutsche übersetzt. Darunter einige der hervorragendsten modernen Klassiker wie Antanas Škėma, Jurgis Kunčinas oder Romualdas Granauskas sowie bekannte Gegenwartsschriftsteller wie Tomas Venclova, Undinė Radzevičiūtė, Eugenijus Ališanka oder Alvydas Šlepikas.“

„Das Programm Litauens in Leipzig verspricht zahlreiche literarische Entdeckungen, außergewöhnliche musikalische und künstlerische Erlebnisse sowie spannende politische Debatten“, erklärte Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. „Mit dem Schwerpunktlandkonzept machen wir die kulturelle Vielfalt Europas erlebbar und setzen für den litauisch-deutschen Austausch neue Impulse.“

Zur Buchmesse und dem Festival „Leipzig liest“ sind Lesungen und Gespräche, Debatten über aktuelle politische Fragen, Foto- und Filmpräsentationen sowie die Einbindung zeitgenössischer Künstler geplant, zudem ein Musik-Programm mit einer „Orgel-Safari“ des Komponisten Arturas Bumšteinas. Auch Veranstaltungen zum 100-jährigen Geburtstag von Johannes Bobrowski (geb. 9. April 1917) stehen auf dem Programm. Die osteuropäische Landschaft, die Sprachen und Mythen der baltischen Kulturen, insbesondere Litauens, waren zentrale Themen des deutschen Lyrikers und Erzählers. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Präsentation junger litauischer Buchherstellungskunst. Zudem gibt es ein „historisches Studio der deutsch-litauischen gastronomischen Beziehungen“ und ein Messegeschenk an die Leipziger Besucherinnen und Besucher: eine kulturhistorische Essay-Sammlung zu Kunst, Geschichte und Kultur des modernen Staates Litauen.

Sechs zur Leipziger Buchmesse 2017 neu übersetze Bücher herausragender litauischer Autorinnen und Autoren wurden in Frankfurt vorgestellt:

  • Das neue Kinderbuch von Kęstutis Kasparavičius „Die Reise ins Schlaraffenland“ erscheint im Urachhaus Verlag. Kasparavičius, geboren 1954, ist Kinderbuchautor und Illustrator. Mehr als 55 von ihm illustrierte Bücher sind in 26 Sprachen übersetzt. Seine einzigartigen Illustrationen wurden 13mal in Bologna, auf der größten Kinderbuchmesse der Welt, ausgestellt. 1994 wurde der Künstler zum „Illustrator des Jahres“ gewählt. Seine Aquarelle zeichnen sich durch sanfte, melancholisch wirkende Farben aus, Präzision, feinen Humor und einfallsreiche Komposition. In seinem neuen Buch „Die Reise ins Schlaraffenland“ lädt Kasparavičius zur Fahrt in ein Land voller Phantasie und Wunder, in dem Torten wie Pilze aus dem Boden schießen, Eis auf Apfelbäumen wächst und Arbeiten strengstens verboten ist – ein Schlaraffenland!
  • Giedra Radvilavičiūtė präsentiert in Leipzig ihr Buch „Der lange Spaziergang auf einer kurzen Mole“, ins Deutsche übersetzt von Cornelius Hell (Corso Verlag). Radvilavičiūtė, geboren 1960, ist Schriftstellerin, Essayistin und Publizistin, sie erhielt 2012 den Literaturpreis der Europäischen Union, 2015 den litauischen nationalen Kultur- und Kunstpreis für die durchdringende Gesellschaftsanalyse und hervorragende Textqualität ihrer Essays. Auf der Leipziger Buchmesse 2017 wird ihr zweiter Essayband vorgestellt. Zentrales Thema ist die Kunst des Alleinseins, das Streben nach Unabhängigkeit wie auch die Furcht davor.
  • Von Undinė Radzevičiūtė erscheint im Residenz Verlag „Fische und Drachen“ (übersetzt von Cornelius Hell). Radzevičiūtė, geboren 1967, ist Prosaautorin. Sie studierte Kunstgeschichte an der Kunstakademie Vilnius. Zehn Jahre arbeitete sie bei internationalen Werbeagenturen, als Kreativdirektorin bei „Saatchi&Saatchi“ (Vilnius) und „Leo Burnett Vilnius“. Ihr Roman „Fische und Drachen“ wurde 2015 mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet und erscheint demnächst auf Deutsch, Englisch, Polnisch und Bulgarisch. Radzevičiūtė ist ein lakonischer Stil, subtiler Humor und ein breiter kulturgeschichtlicher Kontext eigen. Querverbindungen zwischen Orient und Okzident, ZEN-Buddhismus und ‚schwarzer‘ Humor sind häufige spielerische Kniffe in ihren Texten. Oft wird Radzevičiūtė als kosmopolitischste Schriftstellerin Litauens bezeichnet.
  • Das neue Buch von Ruta Sepetys „Salz für die See“ (übersetzt von Henning Ahrens) ist kürzlich im Carlsen Verlag erschienen. Ruta Sepetys, geboren 1967, ist eine international gefeierte Autorin. Ihre historischen Romane wurden in über 50 Ländern veröffentlicht und in 36 Sprachen übersetzt. Mit ihren Büchern spricht sie jugendliche wie erwachsene Leser gleichermaßen an. Ruta Sepetys hat litauische Vorfahren, sie selbst wurde in Detroit, Michigan/ USA geboren. Bevor sie ihren ersten Roman publizierte, arbeitete sie rund 20 Jahre in der Musikindustrie mit Musikern und Songwritern. Ihr Debütroman „Und in mir der unbesiegbare Sommer“ (Originaltitel Between Shades of Grey) und „Ein Glück für immer“ (Originaltitel Out of the Easy) waren New York Times-Bestseller. Ihr neuer Roman „Salz für die See“ spielt während des Zweiten Weltkriegs und erzählt vom Untergang der Wilhelm Gustloff. Auch hier hat die Autorin einen persönlichen Bezug, denn ihre Großtante hatte eines der begehrten Tickets für die Wilhelm Gustloff ergattern können. Aus einem Grund, den man heute nicht mehr nachvollziehen kann, ging sie jedoch nicht an Bord. Sie verließ das Land auf einem anderen Schiff und überlebte die Katastrophe.
  • Alvydas Šlepikas veröffentlicht im Mitteldeutschen Verlag sein neues, von Markus Roduner übersetztes Buch (AT: „Der Regengott und andere Erzählungen“). Šlepikas, geboren 1966, ist Dichter, Prosa- und Drehbuchautor. Er hat Abschlüsse in Schauspiel und Regie an der Musik- und Theaterakademie Litauen, arbeitet im Kleinen Theater Vilnius und im Nationalen Theater. Sein Roman „Mein Name ist Marytė“ wurde 2012 von den Lesern als „Buch des Jahres“ ausgezeichnet und ins Deutsche, Niederländische, Polnische, Estnische, Lettische und Ukrainische übersetzt. Auf der Leipziger Buchmesse 2017 stellt Šlepikas sein neues Buch „Der Regengott und andere Erzählungen“ (AT) vor: einen meisterhaft erzählten Prosaband mit Geschichten aus einer Provinzstadt, über den Alltag und über Kindheitsträume. Die Figuren sind fragil, leicht verwundbar, oft gehören sie den nicht sichtbaren sozialen Randgruppen an.
  • Von Tomas Venclova erscheint im Suhrkamp Verlag „Der magnetische Norden“ (übersetzt von Claudia Sinnig). Venclova, geboren 1937, ist weltbekannter Poet, Publizist, Literaturkritiker, Professor an der Universität Yale und Ehrendoktor der Universität Lublin. Tomas Venclova und seine engen Freunde, die Nobelpreisträger Czesław Miłosz und Joseph Brodsky, gehören der Generation der einflussreichen ausgewanderten Intellektuellen aus Osteuropa an, die ihre Erfahrungen aus totalitären Regimen in klaren poetischen Formen auszudrücken vermögen. In den Siebzigerjahren war Venclova gezwungen zu emigrieren. Er lebt und arbeitet heute in den USA. Joseph Brodsky deutete die Poesie von Venclova als eine „Form des Widerstands gegen die Realität“. Sein Emigrantenschicksal beschreibt er, indem er archetypische Verbindungen aufzeigt zwischen dem Poeten, dem modernen Menschen, und antiken Helden wie Odysseus, der sich nach seiner Heimat Ithaka sehnt. Einer seiner bedeutendsten essayistischen Texte ist sein Dialog mit Czesław Miłosz „Vilnius als geistige Lebensform“.

Nähere Informationen zu Programm und Autoren unter: www.LitaueninLeipzig.lt

Eine Liste aller litauischen Neuerscheinungen und Übersetzungen zur Leipziger Buchmesse 2017 erhalten Sie auf Wunsch gern über Email an: smeierhenrich@t-online.de

Litauen – Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2017 wird veranstaltet vom Lithuanian Culture Institute und der Leipziger Buchmesse in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium der Republik Litauen, der Botschaft der Republik Litauen in Deutschland, dem Litauischen Verlegerverband, dem Staatlichen Tourismusamt Litauen sowie dem Goethe-Institut Litauen.

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