Werben mit schmalerem Budget

Verlängerung für „Vorsicht Buch“? – Die auf drei Jahre angelegte Marketingkampagne des Börsenvereins soll eigentlich 2016 enden. „Insgesamt ist noch nie über die deutsche Buchbranche und vor allem über den stationären Buchhandel so interessiert und positiv berichtet worden“, bescheinigt Börsenvereins-Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis der Aktion große Wirkung. Der Vorstand des Börsenvereins plant deshalb eine Fortsetzung.
Auf ihrer Sitzung Ende April befürworteten die neun Vorstandsmitglieder, dass die Kampagne nach dem vorläufigen Ende im März 2016 zunächst für ein weiteres Jahr verlängert werden soll, allerdings „mit deutlich verringertem Budget“. Über einen entsprechenden Vorschlag mit Budgetempfehlung soll die Hauptversammlung am 19. Juni abstimmen.
Für das „Vorsicht Buch!“-Projekt waren bisher insgesamt 3 Mio Euro bewilligt worden (1 Mio pro Jahr). Dieses Budget werde nach Abschluss der Kampagne auch eingehalten, so Skipis. Bei der Fortsetzung soll voraussichtlich auch die Wiesbadener Agentur Stijlroyal weiter an Bord bleiben, die auf die Hamburger Agentur Zum goldenen Hirschen folgte (buchreport berichtete). Aktuell sind folgende Aktionen ausgelaufen bzw. in Planung:

  • An der Anfang April beendeten Sticker-Sammelaktion haben 1500 Buchhandlungen teilgenommen, über 10 Mio Klebebilder wurden verteilt.
  • Am 9. Juni startet eine bundesweite Plakataktion mit dem Slogan „Wer Bücher liebt, kauft in der Buchhandlung“.
  • Für Oktober ist eine Regionalbuchwoche angesetzt.

Kommentare

2 Kommentare zu "Werben mit schmalerem Budget"

  1. Hans Paulsen | 15. Mai 2015 um 15:16 | Antworten

    Wenn der Börsenverein etwas beherrscht, dann ist es Selbstlob und zwar hemmungslos: „… noch nie über die deutsche Buchbranche und vor allem über den
    stationären Buchhandel so interessiert und positiv berichtet worden …“. Ach, ja? Die vermeintliche Wirkung besteht darin, dass der Gesamtumsatz des Marktes stagniert. Immer mehr Buchläden schliessen. „Big player“ wie Weltbild sind bankrott. Ketten wie Thalia u.a. betreiben Flächenrückbau. Die vorhandenen Umsätze gehen zunehmend ins Internet (Hauptfeind:Amazon), weg vom stationären Buchhandel, die Anzahl der verkauften Titel geht seit Jahren konstant zurück, ähnlich wie die Anzahl der Mitglieder des BV. Offensichtliche Misserfolge, wie z.B. Libreka, wurden wider besseres Wissen, als Erfolge verkauft. Dazu kommen Slogans wie „Wer Bücher liebt, kauft in der Buchhandlung“ die im Duktus an Sprüche aus der allerfinstersten Zeit der Geschichte „Kauft nicht beim ….“ erinnern.
    Wann wird der BV endlich die Realitäten anerkennen? Wann hört die verlogene Propaganda auf? Peinlich!

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