Rasanter Zuwachs an mobilen Kunden

Am Donnerstag lotet buchreport in der Konferenz 360° in Dortmund Perspektiven der mobilen Revolution aus. Thema der Tagung: Welche Perspektiven eröffnet der Boom der Smartphones und Tablets dem Verlagsgeschäft? Zu den Referenten zählt Bernhard Mischke, Geschäftsführer bei buch.de. Im Interview mit buchreport.de beleuchtet er Wege zum mobilen Kunden.


buchreport 360°: Zu den Referenten der Konferenz zählen u.a. auch der Apps-Entrepreneur George Berkowski („How to Build a Billion Dollar App“), der Digitalstratege Jörg Plathner (Bastei Lübbe), der Social-Reading-Apologet Christoph Kappes (sobooks) und Ashleigh Gardner von der weltweit expandierenden Geschichten-Plattform Wattpad. Sponsor der Veranstaltung ist der Digitaldienstleister readbox. Last Minute-Teilnehmer können sich unter hecker@buchreport.de anmelden.


Wie verändert der Mobile-Trend den E-Commerce, was sind die wichtigsten Implikationen?

Wir beobachten einen rasanten Zuwachs an mobilen Kunden und sehen eine große Chance darin. Diese Kunden greifen jedoch meist von unterwegs, also unter den unterschiedlichsten Bedingungen, möglicherweise auch unter Zeitdruck, auf den Shop zu. Daher spielen Usability und Fokussierung eine noch größere Rolle als am heimischen Rechner. Auch Offenheit ist ein relevanter Trend, denn Kunden stellen proprietäre Lösungen zunehmend in Frage. Insgesamt gilt, wer mobil erfolgreich Bücher verkaufen will, braucht eine bekannte Marke – hier sind wir als Thalia und als tolino-Allianz gut aufgestellt. 

Wo liegt die Alleinstellung?

Kunden können Ebooks nicht nur über den Ereader, sondern auch über den Online-Shop oder über eine Shopping-App kaufen. Und auf allen Wegen sollen sie sich möglichst intuitiv und komfortabel bewegen können, ihre individuellen Einstellungen behalten und „ihren“ Händler wiedererkennen. Hierfür investieren wir in die Technik aber auch in Werbung oder in CRM-Systeme. Diese denken und konzipieren wir auch mobil, damit sie uns helfen, Kunden über mobilen Response besser kennen zu lernen und sie zielgenauer und nachhaltiger ansprechen zu können. 

Im vergangenen Jahr hat thalia.de das Angebot auf Mobile hin optimiert. Was waren die wichtigsten Schritte dabei? Wie viel haben Sie investiert?

„Responsive Design“ lautet das Schlüsselwort, das bei unserer Optimierung im Mittelpunkt stand. So passt sich der Seitenlauf von thalia.de nun automatisch der Bildschirmgröße des jeweils genutzten Endgeräts an. Beispielsweise muss ein Banner, das im Online-Shop über die gesamte Seitenbreite geht, auf dem Smartphone entsprechend anders dargestellt werden, das bedeutet unter anderem auch, dass der darin enthaltene Text anders umbricht, und die Bilder an einer anderen Stelle stehen. Ausschlaggebend ist die Bedienbarkeit. Im Webshop gelerntes Nutzerverhalten – die Suche, die Eingabe der Zugangsdaten etwa, das Befördern der Ware in den Warenkorb, der Gang zur Kasse – müssen auch auf dem kleineren Display des Smartphones gemäß der Logik der mobilen Geräte selbsterklärend und zuverlässig funktionieren, ohne Fingerspitzenakrobatik und lästige Warterei. Hier haben wir investiert und werden dies auch weiterhin tun.
 
Bis dato sind in der Buchbranche vorwiegend die Vertriebsschienen auf Mobile hin optimiert worden, weniger die Inhalte selbst. Wo sehen Sie diesbezüglich die Zukunft?

Das würde ich nur bedingt so bestätigen, denn die Buchbranche hat mittels des klassischen Epub-Formates einen Standard geschaffen, der sich den unterschiedlichen Bildschirmgrößen und Vertriebskanälen anpasst. Natürlich geht die Entwicklung rasant weiter und die Inhalte werden an das mobile Nutzungsverhalten angepasst werden müssen. Wir setzen hierbei im Rahmen der tolino-Allianz auf den Epub3-Standard, der Ebooks mit dynamischen, interaktiven und multimedialen Inhalten anzeigt. Die Geräte sind dabei das geringste Problem; vielmehr haben die Verlage die Herausforderung, bei dieser Entwicklung Schritt zu halten und entsprechend attraktive eBooks zu entwickeln. 

Wo liegen weitere Baustellen?
Kundenfreundlicher muss auch das Thema Kopierschutz werden, und die Verlage sollten sich von hartem Kopierschutz verabschieden. Dieser schadet wegen der mangelhaften Kundenfreundlichkeit den damit belasteten Händlern und treibt Kunden in die Hände proprietärer Systeme, die das – nicht zuletzt aufgrund der Unterstützung vieler Verlage – in ihrem Sinne gestalten können. Auch die mobile Nutzung von Ebooks wird durch solche DRM-Anforderungen unnötig erschwert, obwohl schon geeignete Lösungen wie Watermarking auf dem Markt sind. Diesen Missstand gilt es gemeinsam mit den Verlagen aufzulösen, um die Verbreitung von Ebooks im Sinne des heimischen Handels zu stärken. 

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